«Atlantis» auf dem Heimweg
Aktualisiert

«Atlantis» auf dem Heimweg

Nach mehr als einwöchigem Weltraumeinsatz ist der Space-Shuttle «Atlantis» auf dem Weg nach Hause. Der Orbiter dockte von der Internationalen Raumstation ISS ab.

Er umkreiste den Aussenposten im All noch einmal, und dann steuerte er eine eigene Umlaufbahn um die Erde an. Wenn alles weiter klappt, wird die siebenköpfige Crew um Commander Rick Sturckow am Donnerstag gegen 20 Uhr MESZ wieder festen Boden unter den Füssen haben.

«Houston und ISS - physische Trennung», meldete Sturckow an Bodenzentrale und Station, als sich die «Atlantis» langsam zu lösen begann. «Danke ISS. Lasst es euch weiter gut gehen. Wir sehen uns auf dem Planeten Erde wieder.»

Mit Schulterklopfen und Umarmungen hatten die Besatzungen des Shuttle und der ISS bereits am Vorabend in einer kleinen Zeremonie Abschied voneinander genommen. «Es war eine grossartige Mission, aber alle guten Dinge gehen einmal zu Ende», sagte Sturckow. Allerdings habe es auch Probleme gegeben.

Computerabsturz

Der Kommandant bezog sich dabei auf den Absturz von drei Rechnern im russischen ISS-Teil, der die beiden Crews mehrere Tage lang ins Schwitzen gebracht hatte. Am Montag waren die mittlerweile wieder hochgefahrenen Navigationscomputer erfolgreich getestet worden.

Für die «Atlantis» hiess dies grünes Licht für die Heimreise, die besonders von Astronautin Sunita Williams bei aller Freude am Weltraumeinsatz sehnsüchtig erwartet wurde.

Nach einem halben Jahr an Bord der ISS, das sie zur Frau mit der längsten Aufenthaltsdauer im Weltall machte, kann sie nun in Kürze Wiedersehen mit ihrer Familie feiern. An ihrer Stelle blieb ihr Landsmann Clayton Anderson in der Station zurück.

Hitzeschild geprüft

Nach dem Abdocken der «Atlantis» gab es aber zunächst Arbeit für die ISS-Dauerbewohner: Sie machten Fotos vom «Bauch» des Shuttle, während Pilot Lee Archambault den Orbiter um die Station steuerte.

Damit sollte noch einmal untersucht werden, ob der Hitzeschild der «Atlantis» fit für den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre ist. Eine beim Start beschädigte Isoliermatte war zuvor während eines von vier Aussenbordeinsätzen erfolgreich repariert worden.

Auch ein anmontiertes Sonnensegel rotierte beim Abschied planmässig, und die Problem-Computer liefen: Kein Wunder, dass NASA- Manager Phil Engelauf im Kontrollzentrum Houston des Lobes voll war. «Das Team», so schwärmte er, «hat einen fantastischen Job hingelegt.» (sda)

Deine Meinung