Aktualisiert 04.11.2010 19:36

Zürich

Atlantis wird saniert – die Besetzer bleiben

Im besetzten Hotel Atlantis sind Handwerker seit gestern dabei, Zimmer für Studenten herzurichten. Die Besetzer denken aber nicht daran, zu gehen.

von
David Torcasso
Im Nordtrakt werden Zimmer für Studenten hergerichtet, im Osttrakt sind die Aktivisten eingezogen. (Bild: tor)

Im Nordtrakt werden Zimmer für Studenten hergerichtet, im Osttrakt sind die Aktivisten eingezogen. (Bild: tor)

Im besetzten Hotel Atlantis werden seit gestern Wände gestrichen und Teppiche herausgerissen. «Bereits in einer Woche können die ersten Studenten einziehen», sagt Bauleiter Walter Hollenstein. Mitte Dezember sollen im ehemaligen Luxushotel nach einer Pinselrenovation 150 Studenten-Zimmer zu 400 Franken pro Monat bereitstehen. «Es haben sich bis jetzt schon über 50 Studenten gemeldet, die ein Zimmer mieten möchten», so Hollenstein.

Die 150 Zimmer sind über das ganze Hotel verteilt – doch die Hälfte davon ist nach wie vor von Aktivisten besetzt. «Wir werden hier nicht weggehen, weil wir den Platz für Kunst und Kultur benötigen», sagt ein Sprecher der Besetzer. Diesen hätten sie nirgends in der Stadt. «Für Studenten gibts genügend Wohnraum, zudem ist die Uni und die ETH viel zu weit weg von hier», so der Sprecher. An Unterstützung mangelt es den Aktivisten offenbar nicht: Bereits über 200 Künstler hätten sich zum Arbeiten gemeldet, sagen die Besetzer. Sie klären zurzeit auch ihre rechtliche Situation ab: «Solange keine Baubewilligung vorliegt, müssen wir nicht gehen.» Eine Einigung mit dem Mieter Werner Hofmann, der rund 500 000 Franken in den Umbau investiert, haben sie bisher nicht gefunden. Dieser fordert von den Besetzern, dass sie das Hotel bis spätestens am Montagmorgen verlassen.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.