Aktualisiert 02.12.2008 16:46

US-StudieAtomarer Terrorangriff bis 2013 möglich

In den kommenden fünf Jahren wächst die Wahrscheinlichkeit eines biologischen oder nuklearen Terrorangriffs in der Welt. Zu diesem Schluss kommt eine vom US-Kongress ernannte Taskforce.

Eine wachsende Gefahr gehe von «Schurkenstaaten», Atomschmugglern sowie von der weltweiten Verbreitung der Atomtechnologie aus, heisst es im Bericht der überparteilichen Kommission, der von der «Washington Post» vom Dienstag zitiert wird.

«Ohne grössere Dringlichkeit und entschiedenes Handeln der internationalen Gemeinschaft» sei ein Terrorangriff mit Massenvernichtungswaffen sehr wahrscheinlich. Besonders besorgt zeigen sich die Autoren der Studie über die Atommacht Pakistan, wo es Terrornetzwerke und instabile Verhältnisse gebe. «Pakistan ist unser Verbündeter, aber es gibt die grosse Gefahr, dass es unwissentlich Quelle eines Terrorangriffs auf die USA wird, möglicherweise mit Massenvernichtungswaffen.»

Ratschläge für Obama

Der Report drängt die künftige US-Führung unter Barack Obama, «entschlossen zu handeln», damit die Wahrscheinlichkeit eines «verheerenden Angriffs» reduziert werde. «Aus unserer Sicht ist Amerikas Sicherheits-Spielraum gesunken, nicht gewachsen», so die Kommission, die von dem demokratischen Ex-Senator Bob Graham geleitet wurde.

Die Gefahr eines Angriffs mit biologischen Waffen scheine derzeit grösser zu sein als mit nuklearen Waffen, weil diese noch immer schwerer zu besorgen oder zu bauen seien. Allerdings wachse auch die Gefahr eines atomaren Terrorangriffs rapide.

Härte gegenüber Irak und Nordkorea

Die Mitglieder der Kommission hatten laut der «Washington Post» mehr als 260 Gespräche mit Experten, Regierungsbeamten und Militärs in aller Welt geführt. Die Studie warnt auch vor den Gefahren, die von den Nuklearanstrengungen des Irans und Nordkoreas ausgingen. Der künftige US-Präsident Obama müsse «mit Härte» gegen solche Staaten vorgehen. Diplomatische Initiativen müssten aus einer «Position der Stärke» erfolgen.

Der Atomwaffen-Sperrvertrag müsse zudem deutlich verschärft und Länder, die dagegen verstossen, müssten hart bestraft werden, so die Studie. Die Internationale Atomenergie-Agentur (IAEA) solle mehr Befugnisse für Inspektionen und die Durchsetzung der Regeln erhalten. (sda)

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