Atomstreit: Ajatollah droht mit Energiekrise

Aktualisiert

Atomstreit: Ajatollah droht mit Energiekrise

Der geistliche Führer des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, hat die USA vor einer weltweiten Energiekrise für den Fall eines Militärschlages gegen iranische Nuklearanlagen gewarnt: Die Öltransportwege würden blockiert werden.

Sollten die USA einen «falschen Zug» machen, werde die Energieversorgung aus der Region «ernsthaft gefährdet», sagte Chamenei während einer Rede vor mehreren tausend Menschen südlich von Teheran. Anlass der Rede war der 17. Todestag von Revolutionsführers Ajatollah Khomeini.

Der grösste Teil des iranischen Erdöls wird über die Strasse von Hormus im Persischen Golf exportiert. Der Iran hatte mehrfach gedroht, den Seeweg im Falle einer Militäroperation zu blockieren.

Unverzichtbare «Fortschritte»

Chamenei rief sein Land zur Standfestigkeit im Atomstreit auf. Der Iran dürfe angesichts von «feindlichen Drohungen» und «Bestechungsangeboten» nicht auf «wissenschaftliche Fortschritte» verzichten, sagte er in der vom iranischen Fernsehen übertragenen Rede.

Teheran hatte im Streit um sein Programm zur Urananreicherung eine genaue Prüfung der jüngsten Vorschläge des Westens zugesagt. Ein Kompromiss bei den Forderungen der internationalen Gemeinschaft wurde jedoch abgelehnt.

Einzelheiten des Vorschlags sind nicht bekannt. Der EU-Aussenbeauftragte Javier Solana will diese Vorschläge demnächst in Teheran erläutern.

Die USA und andere Staaten werfen dem Iran vor, nach Atomwaffen zu streben. Sie verlangen insbesondere, dass die Regierung ihr Programm zur Anreicherung von Uran aufgibt. Der Iran hat die Vorwürfe zurückgewiesen und will am Programm festhalten.

(sda)

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