Entführter Frachter: Atomwaffen auf der Arctic Sea für den Iran?
Aktualisiert

Entführter FrachterAtomwaffen auf der Arctic Sea für den Iran?

Der Frachter Arctic Sea ist zwar wieder da, Antworten auf drängende Fragen hingegen fehlen.

Klar ist bislang erst, dass der Frachter wie von Geisterhand bewegt vor den Kapverdischen Inseln aufgetaucht ist, elf Besatzungsmitglieder befreit und acht mutmassliche Entführer verhaftet worden sind. Vier der Ent­führer sind Esten, die übrigen kommen aus Lettland und Russland.

Befreite und Verhaftete wurden gestern in das Moskauer Lefortowo-Gefängnis des Geheimdienstes gebracht. Die Seeleute sollen freigelassen werden, sobald feststeht, dass sie mit der Entführung nichts zu tun haben. Der Rest dieser Geschichte aber ist verwirrend. Seltsam beispielsweise ist, warum die Luftwaffe drei gros­se Frachtmaschinen vom Typ Il-76 für den Transport von Seeleuten und Entführern nach Kap Verde schickte. Dieser Typ wird von den Russen gewöhnlich auch für den Transport von schweren Waffen verwendet. Die Entführer sollen laut russischen Angaben ein Lösegeld von 1,5 Millionen Dollar gefordert haben. Ansonsten hätten sie die Arctic Sea in die Luft gesprengt.

Schifffahrts- und Sicherheitsexperten zeigten sich jedoch skeptisch. Die Berichte über Lösegeldforderungen seien wenig glaubhaft, sagte der Herausgeber des ­russischen Marine-Informationsdienstes Sovfracht, Michail Woitenko. Woitenko und andere Experten haben die Vermutung ­geäussert, die Arctic Sea habe eine geheime Fracht an Bord gehabt, möglicher­weise Waffen oder Drogen. Eine Quelle wollte gestern sogar wissen, dass Atomraketen in den Iran hätten geschmuggelt werden ­sollen. (dapd)

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