Aktualisiert 12.12.2006 18:52

Atomwaffenbekenntnis Israels nur ein Versprecher?

Ein vermeintliches Bekenntnis des israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert, sein Land sei im Besitz von Atomwaffen, hat am Montag für Verwirrung gesorgt.

Olmert schien in einem am Montag ausgestrahlten Interview des deutschen Privatsenders Sat.1 indirekt einzuräumen, Israel habe Atomwaffen oder Ambitionen, in den Besitz solcher zu kommen.

«Iran droht offen, explizit und öffentlich damit, Israel von der Landkarte zu tilgen. Kann man sagen, dass dies dasselbe Niveau ist, wenn sie nach Atomwaffen streben wie Amerika, Frankreich, Israel, Russland?», sagte Olmert in dem Interview, das auch im israelischen Fernsehen gezeigt wurde.

Olmerts Sprecherin, Miri Eisen, sagte, der Regierungschef habe mit den Äusserungen nicht sagen wollen, dass Israel Atomwaffen habe oder danach strebe, in ihren Besitz zu kommen. «Nein, er hat so etwas nicht gesagt», sagte sie.

Der Sprecher des israelischen Aussenministeriums, Mark Regew, sagte, Olmert wollte die vier Länder mit der Äusserung als Demokratien in Gegensatz zum Iran stellen. Er habe sich dabei nicht auf deren mögliche Atomkapazitäten oder Bestrebungen bezogen. Israel hat stets vermieden, eine klare Auskunft dazu zu geben, ob es im Besitz von Atomwaffen ist oder nicht.

Olmert kommt am Dienstag in Berlin mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Beratungen zusammen. Themen der Gespräche sind die Lage zwischen Israel und den Palästinensern, die Entwicklung in Libanon und der Atomstreit mit dem Iran.

(sda)

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