Jugendliche angegriffen: Attacke am Stadelhofen sorgt für etliche Hasskommentare
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Jugendliche angegriffenAttacke am Stadelhofen sorgt für etliche Hasskommentare

Viel Zuspruch, aber auch etliche Hasskommentare ernten die Tiktoker, die am Wochenende am Stadelhofen in Zürich angegriffen wurden.

von
Lynn Sachs
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Nach den Krawallen am Stadelhofen ernten die angegriffenen Tiktoker etliche Hasskommentare.

Nach den Krawallen am Stadelhofen ernten die angegriffenen Tiktoker etliche Hasskommentare.

Tiktok
Da heisst es etwa: «Wie es aussieht, wurde er zu wenig geschlagen».

Da heisst es etwa: «Wie es aussieht, wurde er zu wenig geschlagen».

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Es gibt aber auch viel Zuspruch: «Es haben sich viele bei mir gemeldet und gefragt, wie es mir geht», sagt Tiktoker S.

Es gibt aber auch viel Zuspruch: «Es haben sich viele bei mir gemeldet und gefragt, wie es mir geht», sagt Tiktoker S.

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Darum gehts

  • Am Zürcher Stadelhofen ist es am Samstag zu Krawallen gekommen.

  • Dabei wurden mehrere homosexuelle Jugendliche angegriffen.

  • Die Videos vom Abend werden mit Hasskommentaren versehen.

Die Krawalle am Zürcher Stadelhofen vom Wochenende haben viele Reaktionen ausgelöst. Eine Gruppe homosexueller Jugendlicher war körperlich angegriffen worden. Einer der attackierten Gruppe ist der 18-jährige S.* Er hat seit dem Vorfall viel Zuspruch und Unterstützung erfahren. «Es haben sich viele bei mir gemeldet und gefragt, wie es mir geht.»

Doch es gibt auch die andere Seite. Auf Social Media finden sich viele aggressive Kommentare unter den Videos vom Samstag. Man findet Aussagen wie: «Wenn ich die nächstes Mal sehe, lass ich sie nicht mehr so einfach los» oder «Wie es aussieht, wurde er zu wenig geschlagen». «Es geht schon so weit, dass ich fast schockierter darüber bin, wenn ich positive Reaktionen bekomme», sagt S.

«Ich will ein Vorbild sein»

Er habe sich an solche Beleidigungen und verletzende Sprüche gewöhnt, aber körperliche Gewalt habe er noch nicht erlebt. Trotzdem will sich der 18-Jährige weiterhin so zeigen, wie er ist. «Ich möchte für andere, die weniger Selbstvertrauen haben wie ich, ein Vorbild sein.» Obwohl sich S. mit seinen Freunden nicht oft in dieser Gegend trifft, fand er die Stimmung beim Bahnhof und am Seeufer aufgeheizt. «Die Jugendlichen sind wegen Corona frustriert und gelangweilt. Wenn sie nichts zu tun haben, mischen sie sich in die Angelegenheiten anderer ein.»

*Name der Redaktion bekannt

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Hier findest du Hilfe:

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Du-bist-du.ch, Beratung und Informationen

Lilli.ch, Informationen und Verzeichnis von Beratungsstellen

Milchjugend, Übersicht von Jugendgruppen

Elternberatung, Tel. 058 261 61 61

Pro Juventute, Tel. 147

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