Würzburg und Ansbach: Attentäter hatten IS-Berater in Saudi-Arabien

Aktualisiert

Würzburg und AnsbachAttentäter hatten IS-Berater in Saudi-Arabien

Die Attentäter in Ansbach und Würzburg hatten laut den Ermittlern Kontakte zu IS-Terroristen in Saudiarabien. Offenbar war der Anschlag in Ansbach ein Fehler.

1 / 29
Reaktionen auf den Anschlag in Ansbach: Die bayrische Landesregierung verstärkt ihr Personal bei Polizei und Justiz. (27. Juli 2016)

Reaktionen auf den Anschlag in Ansbach: Die bayrische Landesregierung verstärkt ihr Personal bei Polizei und Justiz. (27. Juli 2016)

Keystone/Daniel Karmann
Ein Tag nach dem Anschlag: Die Spielkarten der Gäste liegen noch auf dem Tisch. Hier waren die ahnungslosen Besucher des Lokals «Eugen's Gaststube» in der Ansbacher Altstadt von der Bombenexplosion überrascht worden.

Ein Tag nach dem Anschlag: Die Spielkarten der Gäste liegen noch auf dem Tisch. Hier waren die ahnungslosen Besucher des Lokals «Eugen's Gaststube» in der Ansbacher Altstadt von der Bombenexplosion überrascht worden.

kein Anbieter/EPA/Karl-Josef Hilfebrand
Neben dem Gasttisch: Eine heruntergefallene Spielkarte und ein Blutfleck.

Neben dem Gasttisch: Eine heruntergefallene Spielkarte und ein Blutfleck.

kein Anbieter/EPA/Karl-Josef Hilfebrand

Die zwei Anschläge haben Deutschland erschüttert: Ein Afghane stürmte in Würzburg in einem Regionalzug mit einer Axt auf Passagiere los. Dabei verletzte er mehrere Personen schwer. Ein Syrer brachte in Ansbach einen Sprengsatz im Rucksack zur Explosion und verletzte 15 Personen.

Beide Attentäter sollen mehrfach Kontakt zu mutmasslichen IS-Mitgliedern unter anderem in Saudiarabien gehabt haben, wie «Spiegel online» berichtet. Das ergibt sich demnach aus Chats, die deutschen Behörden vorliegen.

Zwei Opfer des Zug-Attentats von Würzburg schweben in Lebensgefahr

Sprengsatz explodierte zu früh

In den Chats hatte ein IS-Kontaktmann dem 17-jährigen Attentäter von Würzburg vorgeschlagen, mit einem Auto in eine Menschenmenge zu rasen. Dieser lehnte jedoch mit der Begründung ab, er besitze keinen Führerschein. Stattdessen kündigte er an, er werde in einen Zug steigen und die erstbesten Passagiere angreifen, berichtet «Spiegel online».

Herrmann - Ansbach-Attentäter hatte direkt vor Anschlag Chat-Kontakt

Bei dem Ansbacher Attentäter gehen die Behörden davon aus, dass sein Tod am 24. Juli ein Unfall war. Er habe seinen mit Sprengstoff gefüllten Rucksack vermutlich in einer Menschenansammlung des Festivals abstellen und aus der Ferne zünden wollen. Denn kurz vor dem Anschlag wurde er im Chat mit dem IS aufgefordert, die Detonation und das anschliessende Inferno zu filmen und zu schicken. Laut den Chat-Nachrichten hätte der Syrer danach weitere Anschläge verüben sollen.

Deine Meinung