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Attentäter wollen «Türkei in eine Hölle verwandeln»

Einen Tag nach der Anschlagsserie in türkischen Badeorten haben kurdische Rebellen am Dienstag mit weiteren Attentaten gedroht. Sie stünden bereit, die Türkei in eine Hölle zu verwandeln, erklärten die «Freiheitsfalken Kurdistans» (TAK).

Diese hatten sich zugleich auch zu dem Anschlag im Touristenzentrum Antalya bekannt. Dabei waren am Montag 3 Menschen getötet und 27 verletzt worden.

«Wir geloben, die monströse Türkische Republik mit unseren Kriegern, die Rache geschworen haben, in eine Hölle zu verwandeln», hiess es in der Erklärung der Rebellengruppe, die von der Nachrichtenagentur Firat verbreitet wurde. Die Agentur unterhält enge Verbindungen zu kurdischen Rebellen.

Es handle sich um eine Vergeltungsmassnahme für die Inhaftierung des Chefs der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), Abdullah Öcalan. «Die türkische Republik muss für diese Massnahmen teuer bezahlen», erklärte die Gruppe mit Blick auf dessen lebenslange Inhaftierung. Die TAK kämpft für ein unabhängiges Kurdistan und hatte vor einigen Monaten Anschläge auf Ferienorte angedroht.

Ehemalige PKK-Mitglieder

Laut PKK rekrutiert sich die TAK aus ehemaligen PKK-Mitgliedern. Die türkischen Behörden gehen hingegen davon aus, dass die PKK die TAK als Decknamen für Anschläge nutzt. Öcalan, der auf der Insel Imrali eine lebenslange Haftstrafe verbüsst, wird von der Regierung in Ankara als Hintermann der TAK betrachtet.

Die TAK zeigte sich bereits für zwölf andere Bombenattacken in städtischen Gebieten der Türkei in diesem Jahr verantwortlich. Dabei starben sechs Menschen, und mehr als hundert wurden verletzt. Beim bisher blutigsten Attentat der Gruppierung waren im Juli 2005 im westtürkischen Badeort Kusadasi fünf Menschen getötet worden, unter ihnen eine britische und eine irische Touristin.

Möglicher Bombenleger festgenommen

Im westtürkischen Izmir wurde ein mutmasslicher Bombenleger der PKK bei der Vorbereitung eines Anschlags festgenommen, wie der türkische Nachrichtensender NTV meldete. Bei dem Verdächtigen seien Plastiksprengstoff und andere Materialien für den Bombenbau gefunden worden. Die Festnahme erfolgte wenige Stunden nach dem Anschlag in Antalya.

Die Polizei verstärkte unterdessen die Sicherheitsvorkehrungen in den wichtigsten Touristenzentren. Zugleich weitete sie Medienberichten zufolge ihre Fahndung nach zwei Männern aus, die den Sprengsatz in Antalya gelegt haben sollen. (sda)

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