Aktualisiert 27.10.2009 20:19

Anschlag verhindertAttentat auf Mohammed-Karikaturist geplant

In den USA sind zwei Männer wegen mutmasslicher Anschlagspläne in Dänemark festgenommen worden. Sie hätten ein Attentat auf das Verlagshaus der dänischen Zeitung «Jyllands Posten» geplant, die 2005 die umstrittenen Mohammed- Karikaturen veröffentlicht hatte.

Dänemarks Geheimdienst erklärte, die Angelegenheit «mit grosser Ernsthaftigkeit» zu verfolgen. Der Anschlagsplan gegen die Zeitung hatte den Codenamen «Mickey Mouse Project», heisst es in den Dokumenten.

Der US-Bürger und der in Pakistan geborene Kanadier sollen nach Angaben des US-Justizministeriums wegen «terroristischer Verschwörung» ausserhalb der USA und der Unterstützung einer «terroristischen Vereinigung» belangt werden.

Die beiden 48 und 49 Jahre alten Männer waren demnach Anfang und Mitte Oktober in Chicago im US-Bundesstaat Illinois vom FBI gefasst worden.

Verbindungen nach Pakistan

Bei Durchsuchungen stellten die Ermittler unter anderem Videos sicher, die Aufnahmen des Redaktionsgebäudes von «Jyllands Posten» zeigten. Die Männer sollen auch mit anderen «Mitverschwörern» in Pakistan zusammengearbeitet und die Anschlagspläne seit Ende 2008 ausgearbeitet haben.

Einer der Beschuldigten reiste den Angaben zufolge 2009 zweimal nach Dänemark, um dort mögliche Anschlagsziele zu inspizieren. Ihm droht bei einer Verurteilung lebenslange Haft. Sein Komplize, der ihn bei der Organisation unterstützte, könnte zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt werden.

Der dänische Geheimdienst (PET), der mit dem FBI in der Sache kooperiert hatte, erklärte, die Sache sehr ernst zu nehmen. Es sei «besorgniserregend», dass einer der beiden Verdächtigen «weitverzweigte Kontakte mit ranghohen Extremisten» in Pakistan habe, erklärte PET-Chef Jakob Scharff in Kopenhagen.

Diese wollten nicht nur Dänemark treffen sondern hätten auch bewiesen, dass sie die Kapazität besitzen, «ohne Skrupel terroristische Akte zu verüben».

«Jyllands Posten» hatte 2005 die umstrittenen zwölf Mohammed- Karikaturen veröffentlicht und damit einen Sturm der Entrüstung in der islamischen Welt ausgelöst. Danach hatte es in zahlreichen islamisch geprägten Ländern heftige Proteste und Boykottaufrufe gegen Dänemark gegeben.

Im Juni 2008 wurden bei einem Anschlag auf die dänische Botschaft in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad sechs Menschen getötet. Das Terrornetzwerk Al-Kaida bekannte sich zu dem Attentat, das als Reaktion auf die Karikaturen galt.

(sda)

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