Attentat in Bakuba: Opferzahl steigt auf 68
Aktualisiert

Attentat in Bakuba: Opferzahl steigt auf 68

Beim schwersten Bombenanschlag im Irak seit der Machtübergabe an die Interimsregierung sind am Mittwoch 68 Menschen getötet worden.

Ein Selbstmordattentäter sprengte sich dabei im Herzen der Stadt Bakuba auf einen Platz vor einer Polizeiwache mit einem mit Sprengstoff beladenen Fahrzeug in Luft. Wie ein Sprecher des irakischen Gesundheitsministeriums, Saad Al Amili, mitteilte, wurden mindestens 40 weitere Personen verletzt.

US-Militärsprecher Marshall Jackson sprach von ausschliesslich zivilen Opfern. «Es gibt in dem Gebiet eine Polizeistation, Verwaltungsgebäude, kleine Läden, Obststände», erklärte er. Der Selbstmordattentäter habe seine Sprengladung «mitten im Herzen Bakubas» gezündet. Sie sei in einem weissen Lastwagen versteckt gewesen. Unter den Toten waren auch 21 Passagiere eines Busses, der zum Zeitpunkt der Explosion gerade vorüberfuhr.

Der Polizeistützpunkt Al Nadschda diente auch als Rekrutierungszentrum für die irakischen Sicherheitskräfte. Aufständische greifen immer wieder Polizeiwachen an, weil sie als leichter zu treffendes Ziel im Vergleich zu US-Stützpunkten gelten. Zudem soll der Aufbau irakischer Sicherheitskräfte sabotiert werden.

Der Anschlagsort bot ein Bild des Grauens: Sanitäter bargen verstümmelte Leichen und versorgten Verwundete. Ein Leichenteil lag unter einem Trümmerteil, überall waren Blutlachen. Zahlreiche Geschäfte wurden zerstört und Autos in bizarre Wracks verwandelt.

Bakuba liegt rund 55 Kilometer nordöstlich von Bagdad und ist ein Zentrum des irakischen Widerstands gegen die US-Besatzung. In der Stadt wurden bereits mehrere Angriffe auf die Koalitionstruppen und irakischen Sicherheitskräfte ausgeführt. Vor eineinhalb Wochen jagte ein Selbstmordattentäter einen Tanklastzug vor einer Polizeistation in die Luft.

Über den verheerenden Anschlag in Bakuba hinaus waren im Irak weitere Tote bei Kämpfen zu beklagen. Nahe der südirakischen Stadt Suwarijah wurden sieben irakische Soldaten und 35 Aufständische bei einem schweren Gefecht getötet, wie ein polnischer Militärsprecher mitteilte. An dem Einsatz seien auch amerikanische Sondertruppen und ukrainische Soldaten beteiligt gewesen.

Bei einem Anschlag nördlich Bagdads wurde ein US-Soldat getötet, drei Soldaten erlitten Verletzungen. Neben ihrem gepanzerten Geländewagen war ein am Strassenrand versteckter Sprengsatz explodiert, wie ein Militärsprecher mitteilte. Der Vorfall habe sich am Dienstagabend während einer Patrouillenfahrt in der Ortschaft Balad-Rus 60 Kilometer nördlich von Bagdad ereignet. Mit dem Todesopfer dieses Anschlags stieg die Zahl der US-Soldaten, die im Irak ihr Leben liessen, auf 905.

Inmitten der Gewalt gehen die Bemühungen um demokratische Reformen im Irak weiter. Die Nationale Konferenz mit 1.000 Delegierten soll ab kommenden Samstag ein Übergangsparlament bestimmen. Die noch von der US-Besatzungsbehörde angeordnete Konferenz war wegen der Sicherheitslage verschoben worden; eigentlich sollte sie in diesen Tagen bereits enden. Für die Verschiebung hatten sich die Vereinten Nationen eingesetzt (dapd)

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