Doping-Jagd: Auch 30 Eigenblut-Doper im Visier der Jäger

Aktualisiert

Doping-JagdAuch 30 Eigenblut-Doper im Visier der Jäger

Auf den Radsport kommen offenbar weitere Enthüllungen zu. Nach dem EPO-Dopingmittel Cera suchen die Kontrolleure in den Proben, die im Zuge der diesjährigen Tour de France entnommen worden sind, nun auch nach Eigenblut-Transfusionen.

Pierre Bordry, Chef der französischen Anti-Doping-Agentur AFLD, sagte im Zweiten Deutschen Fernsehen ZDF: «Wir sind schon im Besitz ernstzunehmender Hinweise auf Fälle von Eigenblut-Transfusionen. Um wen es sich handelt, werden wir wohl erst später sagen können.»

Zur Aufdeckung soll ein Testverfahren eingesetzt werden, das derzeit noch entwickelt wird. «Bald schon können wir mit dem neuen Verfahren Eigenblut-Transfusionen nachweisen, und wir werden dann auch damit nachtesten», sagte Bordry weiter. Die AFLD war während der diesjährigen Tour de France für das Doping-Kontrollprogramm verantwortlich.

Mit einer ebenfalls neuen Methode hatte das Pariser Labor im Auftrag der AFLD in den vergangenen Wochen eingefrorene Blutproben auf Cera getestet und war beim Deutschen Stefan Schumacher und dem Italiener Angelo Piepoli fündig geworden.

Im Visier haben die Dopingjäger Fahrer, bei denen vor dem Start der Tour Proben genommen und dabei auffällige Werte gefunden wurden. Dabei soll es sich laut Bordry um 30 Profis handeln. Die AFLD hatte die Betroffenen und ihre Teams über die Testergebnisse informiert. Bei einigen Sportlern hatten sich die Blutwerte während der Rundfahrt wieder normalisiert, bei anderen aber nicht: «Einige der verdächtigen Fahrer sind wieder zurück zu ihren normalen Werten gelangt. Wir waren aber überrascht zu sehen, wie schwach deren Leistungen dann waren», so Bordry.

(si)

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