Der DeLorean DMC-12 ist auch 40 Jahre später noch futuristisch unterwegs
Futuristisches Design, ultraleichtes Chassis, Flügeltüren: Der DeLorean DMC-12 hatte alles, was einen guten Sportwagen ausmachte.

Futuristisches Design, ultraleichtes Chassis, Flügeltüren: Der DeLorean DMC-12 hatte alles, was einen guten Sportwagen ausmachte.

Daniel Reinhard / www.zwischengas.com
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DeLorean DMC-12 Auch 40 Jahre später noch futuristisch unterwegs

Als Sportwagen floppte der Delorean DMC-12 zwar, eine grosse Fan-Gemeinde und die «Zurück in die Zukunft»-Filmtrilogie verhelfen dem mittlerweile 40-jährigen Auto aber auch heute noch zu Ruhm.

von
Bruno von Rotz

John Zachary DeLorean (1925-2005) hatte ein Gespür für Trends. Dies bewies er, als er die Karriereleiter bei General Motors schnell hochkletterte. Aber 1973 verliess DeLorean den sicheren Hafen GM, um schliesslich ein Auto mit seinem eigenen Namen zu bauen.

Zunächst als Sicherheitsfahrzeug konzipiert und auf eine junge, aber umweltorientierte junge Käuferschaft ausgerichtet, trat der Sportwagen als DSV-1 gegen Ende der 70er-Jahre öffentlich auf und umgarnte amerikanische Händler und Investoren. Als Verkaufspreis wurden USD 12’000 angepeilt, darum wurde er schon bald DMC-12 genannt.

Knappe Budgets

Von Anfang an war DeLorean, der einen aufwändigen Lebensstil pflegte, auf der Suche nach Geldgebern. Er überzeugte amerikanische Autohändler, die später auch den Vertrieb übernehmen sollten, Aktien zu kaufen und er suchte für den Bau einen Produktionsort, der hohe Subventionen versprach. So entschied man sich schliesslich für Belfast in Nordirland und erhielt von der britischen Regierung schliesslich rund 100 Millionen Pfund an Subventionen.

In kürzester Zeit wurde eine Fabrik hochgezogen und eine Belegschaft aufgebaut. Dabei gab man vielen arbeitslosen Iren ohne besondere Vorkenntnisse einen neuen Job und dies inmitten der Unruhen, die Belfast damals ständig erschütterten. Sogar ein Bürogebäude wurde einmal bei einem Brandanschlag beschädigt. Doch es gab grössere Probleme und der ursprüngliche Zeitplan war schon früh nicht mehr umsetzbar.

Man kann theoretisch mit offenen Türen fahren, empfohlen wird dies aber nicht.

Man kann theoretisch mit offenen Türen fahren, empfohlen wird dies aber nicht.

Daniel Reinhard / www.zwischengas.com
Als sei er gerade aus der Zukunft oder der Vergangenheit gelandet. 

Als sei er gerade aus der Zukunft oder der Vergangenheit gelandet.

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198 km/h schnell lief ein DeLorean im Jahr 1982 bei den Messungen von «auto motor und sport».

198 km/h schnell lief ein DeLorean im Jahr 1982 bei den Messungen von «auto motor und sport».

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Vom Prototyp zum Produktionsfahrzeug

Die frühen Prototypen hatten zwar für viel Medienpräsenz und gutes Feedback gesorgt, bauen konnte man das Auto so, wie es ursprünglich gedacht war, aber nicht. Lotus half mit, den DeLorean für die Massenproduktion weiterzuentwickeln. Auch das Giugiaro-Design wurde noch minimal angepasst. Als Motor kam der V6 von Peugeot-Renault-Volvo mit 2,8 Litern Hubraum, Einspritzung und 132 PS im Heck des mit Edelstahl eingekleideten Coupés zum Einsatz.

Aus den 12’000 waren inzwischen 25’000 Dollar geworden, europäische Versionen kamen auf CHF 62’500, waren also teurer als ein Porsche 911 und etwa so teuer wie ein Ferrari 308 GTB. Ab Januar 1981 verliessen die ersten Serienexemplare die Dunmurry-Fabrik.

Schlechte Kritiken, Qualitäts- und Finanzprobleme machten der Firma das Leben schwer. Der Wagen verkaufte sich schlecht, die Suche nach weiteren Mitteln scheiterte. Der Konkurs und die Stilllegung der Fabrik folgte im Jahr 1982 nach rund 9000 gebauten Fahrzeugen, von denen viele nicht verkauft waren. Was noch da war, wurde verhökert.

Showeffekt

Heute jedenfalls stösst ein DeLorean DMC-12 auf viel Goodwill und Bewunderung, wo immer man damit auch auftaucht. Dies hat natürlich mit den Filmen «Zurück in die Zukunft» zu tun, in denen der DMC-12 als Zeitmaschine bildgewaltige Auftritte hatte. Spätestens wenn der Fahrer gewandt die Flügeltüre öffnet, kann er sich ungeteilter Aufmerksamkeit gewiss sein. Dabei müsste er es gar nicht eilig haben, den Wagen zu verlassen, denn man kann sich durchaus wohlfühlen im Heckmotorcoupé.

Heute fährt sich ein über die Jahre von Enthusiasten mehrfach verbesserter DeLorean DMC-12 richtig gut, viele Sachen, die früher kritisiert wurden, sind aus der Welt geschafft. Und dank bestens organisierter Teileversorgung (bei einem amerikanischen Spezialisten sind beispielsweise 100’000 Türen am Lager) wurde der DeLorean am Schluss doch noch ein Langzeitauto, wie es sie vermutlich nur selten gibt.

Weitere Informationen, viele Fotos, ein Tonmuster und die Verkaufsliteratur von damals gibt es auf www.zwischengas.com.

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