Massnahmen: «Auch als Lehrer muss man sich den Respekt verdienen»

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Massnahmen«Auch als Lehrer muss man sich den Respekt verdienen»

Eine Studie zeigt, dass Lehrpersonen Gewalt erleben. Nun fordert der Lehrerverband Massnahmen – davon hält die Mehrheit der Leserinnen und Leser sehr wenig.

von
Deborah Gonzalez
Zwei von drei Lehrpersonen erleben Gewalt im Klassenzimmer. Der Grossteil der Community findet trotzdem nicht, dass Massnahmen nötig sind, wie die Kommentare zeigen.

Zwei von drei Lehrpersonen erleben Gewalt im Klassenzimmer. Der Grossteil der Community findet trotzdem nicht, dass Massnahmen nötig sind, wie die Kommentare zeigen.

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Darum gehts

  • Eine Studie des Dachverbands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz LCH zeigt, dass zwei von drei Lehrpersonen Gewalt erleben.

  • Grund genug, um Massnahmen zu fordern, findet der Lehrerverband.

  • Der Grossteil der 20-Minuten-Community findet die Forderungen nicht gerechtfertigt. Sie sieht die Probleme unter anderem im jungen Alter der ausgebildeten Lehrpersonen.

Beleidigungen, Beschimpfungen, Bedrohungen oder Einschüchterungen: Zwei von drei Lehrpersonen haben in den vergangenen fünf Jahren Gewalt erlebt. Dies zeigt eine neue Studie des Dachverbands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz LCH. Sie basiert auf einer repräsentativen Umfrage unter Lehrpersonen aller Stufen der Deutschschweiz. Nun fordert der Lehrerverband Massnahmen. Der Grossteil der 20-Minuten-Community findet die Forderung übertrieben, wie die Kommentare zeigen:

«Die Arbeitswelt ist kein Ponyhof»

Viele Leserinnen und Leser sehen im Alter der Lehrpersonen ein Problem. So schreibt etwa MistaFreeze: «Je nachdem, welchen Weg man genommen hat, kann man bereits mit 20 in den Lehrerberuf einsteigen und ohne jegliche Berührung mit der Arbeitswelt die Verantwortung für eine ganze Klasse übernehmen. Das ist einfach zu jung, denn in diesem Alter ist man noch ein Teenie und gerade einmal seit zwei Jahren volljährig.»

_kpg pflichtet ihm bei: «Ich als 63-jähriger Primarlehrer sehe das auch so. Ich finde: Jeder jungen Lehrperson gehört eine erfahrene Lehrperson zur Seite gestellt.» Ähnlich sieht es Rumpel-Stilz: «Das heutige Lehrpersonal hat auch keine Autorität mehr. Der Unterschied zwischen Schüler und Lehrer ist fliessend und sehr oft nicht mehr wahrnehmbar.»

Disentiser schreibt: «Früher waren die Lehrer Respektpersonen, heute sind sie genau wie alle anderen auch. Man muss sich den Respekt halt auch verdienen oder sich darum bemühen. Die Arbeitswelt ist nun mal kein Ponyhof.»

«Schulen wurden zum Wohlfühlverein»

Alzie geht etwas weiter. Er meint: «Die Schulen wurden zum Wohlfühlverein.» Seine Forderung: «Mehr Disziplin und Strenge mit Kontrollen. Das würde wohl zur Zielerreichung führen. Dazu gehören klare Benotungen und Disziplinbewertungen.»

Findest du die Forderungen angemessen?

Braxi kommt auf die Gewaltvorwürfe zu sprechen und schreibt: «Es gibt auch die Gegenseite – viele junge Schüler leiden unter den Lehrpersonen – insbesondere unter Teilzeit-Lehrerinnen!» Sie wisse, wovon sie spreche, weil sie fünf schulpflichtige Enkelkinder habe, wie sie erzählt. Weiter sagt sie: «Es ist unglaublich, was da abgeht.»

«Lehrer sind nicht für die Erziehung zuständig»

Nur wenige sprechen sich für die Lehrerinnen und Lehrer aus. Pocoloco2.0 etwa schreibt: «Lehrer und Lehrerinnen haben ganz klar einen Lehrauftrag, nur leider wird heute von vielen Eltern erwartet, dass sie auch die Erziehung übernehmen.» Und weiter schreibt er: «Wenn im Elternhaus kein (gesunder) Respekt dem Gegenüber gelebt wird, so wird das ins Klassenzimmer mitgebracht und darunter leidet die gesamte Klasse.»

Ganz ähnlich sieht es mmmaler: «Kein Wunder, der Grossteil der Eltern erwartet ja, dass die Lehrer die Erziehung auch noch übernehmen. Wenn die Lehrperson dann aber Erziehung anwendet, muss sie mit einer Beschwerde rechnen.» Und: «Ganz ehrlich, so möchte ich auch nicht mehr Lehrer sein.»

Stp69 schreibt, dass er die Lehrpersonen zwar verstehen könne, er sagt aber auch, dass sie keine Ausnahmen seien. Er findet: «Wir müssen an der Einstellung der Menschen arbeiten, müssen die anderen, egal, in welchem Beruf sie arbeiten, wieder respektieren.»

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