Bern: Auch Alternative Linke will Lumengo nicht
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BernAuch Alternative Linke will Lumengo nicht

Die Linkspartei «La Gauche - Alternative Linke - La Sinistra» bricht Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit mit dem Berner Nationalrat Ricardo Lumengo ab. Er überlegt, eine eigene Partei zu gründen.

Nationalrat Ricardo Lumengo. (Bild: Keystone)

Nationalrat Ricardo Lumengo. (Bild: Keystone)

Lumengo entspreche den zentralen politischen Standpunkten der Partei nicht, argumentiert die Alternative Linke. Dieser hatte noch am Mittwoch erklärt, er prüfe nach seinem Austritt aus der SP die Angebote anderer Parteien, die eine Zusammenarbeit mit ihm erwägen oder ihn gar aufnehmen möchten. Im Gespräch seien namentlich die EVP und die Alternative Linke (AL).

Unter anderem sei er von der AL kontaktiert worden, berichtete er. Die Partei wurde im Mai gegründet und soll die linksalternativen Kräfte ausserhalb der SP und der Grünen zusammenfassen.

Die AL bestätigte die Kontakte zu Lumengo. In einer Mitteilung vom frühen Donnerstagmorgen hält die Partei aber fest, dass sie nicht seriös habe mit Lumengo über politische Positionen diskutieren können.

Man habe die politischen Stellungnahmen von Nationalrat Lumengo analysiert, schreibt die AL in der Mitteilung weiter. Dabei sei die Partei zum Schluss gekommen, dass sie keine Verbindungen eingehen wolle, die ihrer Überzeugung zuwiderliefen.

Auch die Grünen und Grünliberalen wollen den Parteilosen Lumengo nicht in ihren Reihen sehen. Auch ein Beitritt bei der EVP scheint für Lumengo nicht wirklich in Frage zu kommen. «Die Alternative Linke politisiert näher an meinen politischen Idealen», so Lumengo.

Grosse Pläne

In Tat und Wahrheit hat der gebürtige Angolaner aber grössere Pläne: «Ich denke darüber nach, eine neue Partei zu gründen.» Er führe Gespräche mit verschiedenen Lokal- und Kantonalpolitikern aus dem linken Lager. Namen nennt Lumengo keine, sagt aber: «Es sind auch Leute dabei, die aus der SP ausgetreten sind.» Es sei noch alles offen, auch, ob er 2011 überhaupt nochmals antrete. Lumengo: «Die Variante einer eigenen Partei ist aber nicht so unwahrscheinlich. In diesem Fall müsste ich mich nicht einem fremden Parteiprogramm unterordnen und könnte meine politischen Vorstellungen konsequent verfolgen.»

Lumengo war vergangene Woche wegen Wahlfälschung verurteilt worden. Er zieht das Urteil weiter und tritt nicht aus dem Nationalrat zurück, wie es die SP forderte. Den Vorwurf, er bleibe wegen des Einkommens im Rat, weist Lumengo vehement zurück: «Das ist lächerlich. Als Jurist könnte ich gut verdienen. Aber ich bin es auch meinen Wählern schuldig, weiterzukämpfen.»

(20 Minuten/sda)

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