Aktualisiert 28.02.2014 15:29

Fortpflanzung

Auch bei Männern tickt die biologische Uhr

Kinder von älteren Väter haben ein höheres Risiko, psychisch zu erkranken. Forscher sehen das als Hinweis darauf, dass die Qualität des Spermas mit dem Alter nachlässt.

von
jcg
Das Alter des Vaters kann einen Einfluss auf die psychische Gesundheit eines Kindes haben. (Bild: Thinkstock)

Das Alter des Vaters kann einen Einfluss auf die psychische Gesundheit eines Kindes haben. (Bild: Thinkstock)

Ist der Vater bei der Zeugung eines Kindes über 40 Jahre alt, ist dieses deutlich stärker gefährdet, eine psychische Erkrankung zu entwickeln als ein Kind eines jungen Vaters. Zu diesem Schluss kommen schwedische und US-Forscher nach der Auswertung der Daten von 2,6 Millionen Menschen.

Diese umfassten sämtliche Menschen, die zwischen 1973 und 2001 in Schweden geboren wurden. Die Forscher der Universität von Indiana und des Karolinska-Instituts in Stockholm veröffentlichten ihre Untersuchung am Mittwoch im Fachjournal «JAMA Psychiatry».

Im Vergleich zu Menschen, deren Väter zum Zeitpunkt der Geburt zwischen 20 und 24 Jahre alt waren, hatten diejenigen mit Vätern im Alter von 45 Jahren und mehr demnach ein 25-mal so hohes Risiko für eine bipolare Störung.

Das Risiko für eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) war demnach 13-mal, das für Autismus 3,5 Mal und das für Drogenprobleme oder Selbstmordgefährdung 2,5-mal so hoch wie bei Kindern mit jüngerem Vater. Auch bei Schizophrenie und Problemen in der Schule waren die Werte höher. Die Wissenschaftler berücksichtigten auch Faktoren wie die Ausbildung der Eltern und ihr Einkommen.

Eine Studie von isländischen Forschern war 2012 zum Schluss gekommen, dass 20 bis 30 Prozent aller Fälle von Autismus und Schizophrenie mit dem fortgeschrittenen Alter des Vaters zusammenhängen könnten. Anders als bei Untersuchungen zu anderen Leiden wie dem Down-Syndrom spielte das Alter der Mutter dabei keine Rolle.

Geschwister verglichen

Die meisten bisherigen Studien zu diesem hatten einfach Kinder von jungen Vätern mit denen älterer Väter verglichen. Brian D'Onofrio, der Hauptautor der neuen Studie, nannte dieses Vorgehen gegenüber CNN einen Vergleich von Äpfeln mit Birnen. «Wir wissen, dass junge Väter sich in vielen Dingen von älteren unterscheiden.»

Stattdessen verglichen er und sein Team Geschwister. Sie schauten, was dabei herauskam, wenn ein Mann in jungen Jahren ein Kind hatte und viel später noch einmal eines. «Das half uns, besser zu verstehen, was wirklich durch das fortschreitende Alter des Vaters beim Zeugen eines Kindes bedingt war.»

In den vergangenen 40 Jahren ist das Alter, in dem man Kinder bekommt, beständig gestiegen. In den USA bekamen Frauen im Jahr 1970 ihr erstes Kind mit durchschnittlich 21,5 Jahren, im Jahr 2011 lag das Durchschnittsalter nach amtlichen Angaben bei 25,6 Jahren. Die Väter sind im Durchschnitt drei Jahre älter.

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