Turnen: Auch Böschenstein und Gisi hören auf
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TurnenAuch Böschenstein und Gisi hören auf

Mit Niki Böschenstein und Roman Gisi beenden zwei weitere Routiniers aus dem Kunstturn-Nationalkader ihre Karriere.

Wie schon die Rücktritte von Daniel Groves und Linda Stämpfli waren auch diese Abgänge erwartet worden. Nachdem beide Teams die Olympia-Qualifikation (kläglich) verpasst haben und die Schweiz an den Sommerspielen in London maximal mit einer Turnerin und einem Turner vertreten sein wird, verjüngt der Schweizerische Turnverband im Hinblick auf den nächsten Olympia-Zyklus (Rio de Janeiro 2016) jetzt schon das Kader. Aus diesem Grund werden auch die Ende Januar auslaufenden Verträge mit dem Aargauer Böschenstein und dem Baselbieter Gisi nicht verlängert - im Einvernehmen mit den Turnern.

Die beiden 26-Jährigen gehörten zu jener Junioren-Mannschaft, die 2002 an den Europameisterschaften in Patras (Grie) eine für den STV historische Silbermedaille gewann. Als letztes Teammitglied von damals bleibt Mark Ramseier aktiv, der vom STV allerdings schon vor einem Jahr ausgemustert wurde und mittlerweile im Regionalen Leistungszentrum in Luzern trainiert.

Niki Böschenstein hat das Männer-Kunstturnen in der Schweiz zusammen mit Claudio Capelli in den letzten Jahren geprägt. Im Ernstkampf war auf ihn meist Verlass, im Training tendierte er aber zu Bequemlichkeit. Dass Böschenstein sein Potenzial zuletzt nicht mehr ausschöpfen konnte, lag allerdings auch an Verletzungspech. Die Saison 2010 musste er wegen Problemen mit Achillessehne und Schulter vorzeitig abbrechen; nach einem arthroskopischen Eingriff sowie einem Wadenbeinbruch im Mai schaffte Böschenstein den Anschluss nicht mehr.

«Die vielen Verletzungen zwingen mich, vom Spitzensport zurückzutreten und wirken sich auch auf meine Motivation aus», sagte Böschenstein. Mit fünf Schweizer Meistertiteln im Mehrkampf ist Böschenstein die Nummer 3 in dieser Statistik. International stechen aus fünf WM- und sieben EM-Teilnahmen der 13. Rang im Mehrkampf an den Weltmeisterschaften 2005 in Melbourne sowie Gerätefinal-Qualifikationen an den Europameisterschaften 2009 (Barren) und 2010 (Ringe) heraus.

Roman Gisi war während Jahren ein seriöser und zuverlässiger Mannschaftsturner. An den Weltmeisterschaften in Tokio im Oktober fasste er wegen einer Mittelfussfraktur die Ersatzrolle. Zuvor hatte Gisi fünf Grossanlässe bestritten. Sein wertvollstes Resultat erreichte er als 13. im Mehrkampffinal der WM 2009 in London. Gisi hatte vor dem Wechsel ins Verbandszentrum nach Magglingen das KV abgeschlossen. (si)

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