Aktualisiert 20.06.2018 07:12

SRF-Bericht

Auch der aktuelle Postchef wusste vom Skandal

Seit rund einer Woche ist Ulrich Hurni Interims-Chef bei der Post. Eine Aktennotiz im Untersuchungsbericht zeigt, dass offenbar auch er im Bilde war über die Gewinn-Verschleierung bei Postauto.

von
jdr
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Post-Chefin Susanne Ruoff tritt von ihrem Amt zurück. Hintergrund ist der Skandal um Preismauscheleien bei der Postauto-Tochter.

Post-Chefin Susanne Ruoff tritt von ihrem Amt zurück. Hintergrund ist der Skandal um Preismauscheleien bei der Postauto-Tochter.

Keystone/Marcel Bieri
Doch auch ihr Nachfolger ad interim, Ulrich Hurni, soll von dem Skandal bei der Post-Tochter gewusst haben.

Doch auch ihr Nachfolger ad interim, Ulrich Hurni, soll von dem Skandal bei der Post-Tochter gewusst haben.

Keystone/Peter Klaunzer
Ruoff wurde nach Bekanntwerden des Skandals massiv bedroht.

Ruoff wurde nach Bekanntwerden des Skandals massiv bedroht.

Keystone/Peter Schneider

Nachdem die ehemalige Postchefin Susanne Ruoff wegen der Postauto-Affäre im Zusammenhang mit erschlichenen Subventionen ihren Hut genommen hat, wurde vor gut einer Woche Ulrich Hurni zu ihrem Nachfolger ad interim ernannt.

Doch auch Hurni selbst war über die Vorgänge im Konzern im Bilde, wie SRF mit Berufung auf eine Aktennotiz im Untersuchungsbericht vermeldet.

Aktennotiz und Frage der Verantwortung

Im Jahr 2013 seien vier Varianten diskutiert worden, um Gewinne bei Postauto vor dem Bundesamt für Verkehr zu verstecken. Dies gehe aus einer Aktennotiz vom 17. April 2013 hervor, die an die ganze Konzernleitung ging – und damit auch an Ulrich Hurni, damals stellvertetender Konzernchef und Leiter Post Mail.

Die Frage der jeweiligen persönlichen Verantwortung einzelner Manager und der etwaigen personellen Konsequenzen war auch Thema auf der Medienkonferenz vom vergangenen Montag. Dort sagte Verwaltungsratspräsident Urs Schwaller: «Wir haben uns sehr sorgfältig mit der Frage auseinandergesetzt, wie weit die personellen Massnahmen reichen sollen. Das ist ein heikler Punkt. Daher hat der Verwaltungsrat ein differenziertes Vorgehen beschlossen. Er beendet der Zusammenarbeit mit Personen mit besonderer Verantwortung.»

Buchhaltungstricksereien

Anfang Februar war bekannt geworden, dass die Postauto AG jahrelang im subventionierten Geschäftsbereich Gewinne erzielt und zu hohe Subventionen von Bund und Kantonen bezogen hatte. Letztere verlangen deshalb 78,3 Millionen Franken von der Post zurück.

Neben der posteigenen externen Untersuchung ist zur Postauto-Affäre ein Verwaltungsstrafverfahren eingeleitet worden. Der Bundesrat hat auf Antrag des Uvek das Bundesamt für Polizei (Fedpol) damit betraut.

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