Aktualisiert 28.03.2020 07:52

Coronavirus

Auch die Bundesräte machen Homeoffice

Das Coronavirus macht auch vor Politikern nicht Halt. Der Bundesrat selbst hat aber nur wenige Schutzmassnahmen vorgenommen.

von
F. Pöschl

Das Coronavirus kann jeden befallen – auch Staatsführer, die sich zuletzt unbekümmert vor den Gefahren zeigten. Noch Anfang März wollte sich der britische Premierminister Boris Johnson bei der Vorstellung des britischen «Schlachtplans» gegen das Coronavirus nicht vom Händeschütteln abbringen lassen. Nun ist auch Johnson mit dem Virus infiziert, wie er auf Twitter bekannt gab (20 Minuten berichtete).

Auch Bundesräte hatten Mühe, das instinktive Händeschütteln sein zu lassen. So etwa Alain Berset an der Pressekonferenz zu den Schutzmassnahmen (20 Minuten berichtete). Doch was passiert in der Schweiz, wenn sich ein Bundesrat mit dem Coronavirus ansteckt? Die Antwort von Bundesratssprecher André Simonazzi: «Wenn ein Magistrat erkrankt, springt ein anderer Bundesrat als Stellvertreter ein.» Mindestens vier gesunde Bundesräte braucht es aber, damit das Gremium entscheidungsfähig bleibt. Sonst übernimmt das Parlament das Zepter (siehe Video ganz oben).

«Der Bundesrat schützt sich wie jeder andere Bürger auch»

Spezielle Schutzmassnahmen vor Ansteckungen mit dem Coronavirus hat der Bundesrat aber nur wenige vorgenommen. Wie Bundesratssprecher André Simonazzi zu 20 Minuten sagt, schützt sich der Bundesrat «wie jeder andere Bürger auch». Er setze die Empfehlungen des Bundesamts für Gesundheit um, respektiere Distanzen und halte Hygienemassnahmen ein.

«Das Arbeitsumfeld ist fürs Social Distancing angepasst worden», sagt Simonazzi. Es habe viele kleine Massnahmen gegeben, damit der Alltag möglich sei. So wurden etwa die Abstände zwischen den Pulten im Bundesratsszimmer auf zwei Meter ausgedehnt. Nach Medienkonferenzen gibt er auch keine bilateralen Interviews mehr, um die Distanz wahren zu können.

Bundesrat im Homeoffice

Ausserdem nutze der Bundesrat mehr elektronische Mittel wie Telefon- oder Skype-Konferenzen wie zuletzt am Donnerstag beim G20-Gipfel, um nicht an physischen Treffen teilnehmen zu müssen. Alle unnötigen Reisen ins Ausland seien deshalb verschoben oder annulliert worden.

«Der Bundesrat arbeitet wie viele in der Bevölkerung auch im Homeoffice», sagt Simonazzi. Jeder Bundesrat sei voll ausgerüstet, um von zu Hause aus zu arbeiten. Das sei aber keine besondere Schutzmassnahme, sondern sei auch schon vorher so gewesen. «Der Bundesrat ist rund um die Uhr im Einsatz. Er muss immer von überall arbeiten können», sagt Simonazzi.

Was die einzelnen Bundesräte sonst noch für Schutzmassnahmen treffen, ob sie etwa noch selber einkaufen, wollte Simonazzi mit Verweis auf die Sicherheit der Magistraten nicht verraten.

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