11.06.2017 18:52

Psychische GesundheitAuch die Hormonspirale macht Frauen krank

Einmal eingesetzt, schützen Hormonspiralen fünf Jahre vor einer Schwangerschaft. Doch der bequeme Schutz kann offenbar schwere Nebenwirkungen haben.

von
fee
1 / 6
Hormonspiralen sollen weniger Nebenwirkungen als die Antibabypille haben. Doch mittlerweile stehen auch sie im Verdacht, ihre Trägerinnen krank zu machen. Dies unter anderem deshalb, weil ...

Hormonspiralen sollen weniger Nebenwirkungen als die Antibabypille haben. Doch mittlerweile stehen auch sie im Verdacht, ihre Trägerinnen krank zu machen. Dies unter anderem deshalb, weil ...

iStock/Willsie
... sie anders als von den Herstellern kommuniziert wohl doch nicht nur lokal, sondern im ganzen Körper wirken. (Im Bild: In einer Broschüre erklärt ein Hersteller, dass die Hormonspirale nur «lokal» wirkt.)

... sie anders als von den Herstellern kommuniziert wohl doch nicht nur lokal, sondern im ganzen Körper wirken. (Im Bild: In einer Broschüre erklärt ein Hersteller, dass die Hormonspirale nur «lokal» wirkt.)

Screenshot Mirena Broschüre
Gemäss «Spiegel» häufen sich die Hinweise darauf, dass Levonorgestrel-haltige Hormonspiralen «häufiger psychische Nebenwirkungen verursachen als oft behauptet, und zwar nicht nur eine Depression und depressive Stimmung, die als häufige Nebenwirkungen im Beipackzettel stehen, sondern ... eine ganze Bandbreite seelischer Beschwerden».

Gemäss «Spiegel» häufen sich die Hinweise darauf, dass Levonorgestrel-haltige Hormonspiralen «häufiger psychische Nebenwirkungen verursachen als oft behauptet, und zwar nicht nur eine Depression und depressive Stimmung, die als häufige Nebenwirkungen im Beipackzettel stehen, sondern ... eine ganze Bandbreite seelischer Beschwerden».

iStock/Pixelfit

Weil sie angeblich nur lokal wirken und deshalb weniger Nebenwirkungen haben, gelten Hormonspiralen als milde Alternative zur Antibabypille. Das behaupten die Hersteller, aber auch viele Gynäkologen. Ob das wirklich stimmt, ist jedoch fraglich.

Gemäss «Spiegel» häufen sich die Hinweise darauf, dass Levonorgestrel-haltige Hormonspiralen «häufiger psychische Nebenwirkungen verursachen als oft behauptet, und zwar nicht nur eine Depression und depressive Stimmung, die als häufige Nebenwirkungen im Beipackzettel stehen, sondern ... eine ganze Bandbreite seelischer Beschwerden».

Unabhängige Untersuchung

Mittlerweile ist sogar die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) eingeschaltet. Sie untersucht aktuell, ob es einen Zusammenhang zwischen Hormonspiralen mit Levonorgestrel und der Entwicklung von schwerwiegenden psychischen Problemen gibt.

Mit auf dem Prüfstand stehen die Spiralen Mirena, Jaydess und Kyleena – alle drei stammen aus dem Hause Bayer. Der Pharmakonzern weist die Vorwürfe laut «Spiegel» zurück.

Als Auslöser der vielzähligen Nebenwirkungen gilt das enthaltene Levonorgestrel. Dieses funktioniert zwar zuverlässig als Verhütungsmittel (siehe Box), bringt aber offenbar ausserhalb der Gebärmutter einiges durcheinander.

Spirale wirkt offenbar nicht nur lokal

Wie Forscher um Steven Kushner vom Erasmus University Medical Center in Rotterdam durch Zufall herausgefunden haben, gelangt das Hormon über die Blutbahn auch ins Gehirn.

Dort scheint es die Reaktion auf Stress deutlich zu verstärken, was wiederum dazu führt, dass in den Nieren das Stresshormon Cortisol gebildet wird. Und chronischer Stress gilt als Risikofaktor für unter anderem Depressionen, Ängste, Panikattacken und Schlafstörungen.

«Auf jeden Fall zeigen unsere Experimente klar, dass Levonorgestrel-haltige Hormonspiralen nicht nur lokal in der Gebärmutter wirken», so Kushner im «Spiegel».

Darum hat es Levonorgestrel in der Spirale

Darum hat es Levonorgestrel in der Spirale

Das chemisch hergestellte Hormon sorgt dafür, dass die Flüssigkeit in der Gebärmutter dicker und dadurch für Spermien undurchlässiger wird. Zudem mindert es den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und verhindert so, dass sich eine eventuell befruchtete Eizelle einnisten kann.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.