18.09.2018 07:22

Steve von Bergen«Auch die ManUtd-Stars stehen auf und pinkeln»

In Bern steigt das Champions-League-Fieber. Vier Protagonisten sprechen über ihr Karriere-Highlight und warum vielleicht mehr drin liegt, als viele YB zutrauen.

von
Moritz Marthaler
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Steve von Bergen: «In den letzten zwei Wochen fühlte ich mich zeitweise wie der Ticketcorner. Viele haben meine Nummer wiedergefunden in dieser Zeit. Aber das gehört dazu.»

Steve von Bergen: «In den letzten zwei Wochen fühlte ich mich zeitweise wie der Ticketcorner. Viele haben meine Nummer wiedergefunden in dieser Zeit. Aber das gehört dazu.»

Keystone/Thomas Hodel
Djibril Sow: «Das Highlight meiner Karriere bleibt natürlich der Meistertitel mit YB. Aber das Spiel am Mittwoch ist jetzt schon einmal ein Riesending, klar.»

Djibril Sow: «Das Highlight meiner Karriere bleibt natürlich der Meistertitel mit YB. Aber das Spiel am Mittwoch ist jetzt schon einmal ein Riesending, klar.»

AP
Christian Fassnacht: «Bin gespannt, wie das ist, wenn man gegen solche Spieler einmal auf dem Platz steht und sie nicht nur am Bildschirm sieht.»

Christian Fassnacht: «Bin gespannt, wie das ist, wenn man gegen solche Spieler einmal auf dem Platz steht und sie nicht nur am Bildschirm sieht.»

Keystone/Laurent Gillieron

Am Mittwoch startet YB im Stade de Suisse gegen Manchester United in die Champions League. Zum ersten Mal in der Clubgeschichte geht es für die Berner in den prickelndsten aller Clubwettbewerbe. Captain Steve von Bergen hat gegen den einen oder anderen der Stars schon gespielt – und erklärt, warum diese doch nicht so übermächtig sind.

«Das Highlight bleibt der Meistertitel»

Djibril Sow: «Das Highlight meiner Karriere bleibt natürlich der Meistertitel mit YB. Aber das Spiel am Mittwoch ist jetzt schon einmal ein Riesending, klar. Ich bezweifle, dass die uns unterschätzen werden. ManUnited hat sich auch schon schwergetan gegen Schweizer Teams. Jetzt wollten alle kommen, das ist natürlich schön, aber ich habe nur den engsten Freunden Tickets gegeben – und vor allem denen, die auch gegen Thun oder Lugano kommen (schmunzelt). Ein Sieg wäre eine Sensation, ein Punkt grossartig. Ob der Sieg im engen Cup-Spiel gegen Schaffhausen ein gutes Omen ist, weiss ich nicht, aber auf jeden Fall sind wir jetzt heiss auf Manchester.»

«Ich fühlte mich zeitweise wie ein Ticketcorner»

Steve von Bergen: «In den letzten zwei Wochen fühlte ich mich zeitweise wie der Ticketcorner (lacht). Viele haben meine Nummer wiedergefunden in dieser Zeit. Aber das gehört dazu. Meine Frau hat das für mich geregelt, ich konnte mich gut auf die Vorbereitung konzentrieren. Nun freue ich mich enorm, gegen einige dieser Spieler habe ich schon gespielt, gegen Pogba in der Nationalmannschaft, Lukaku bei Everton, Darmian war auch in der Serie A. Aber das ist nicht so wichtig. Wenn wir nur über Qualität reden ist klar: Alle diese drei Spieler sind besser als wir. Aber im Fussball zählt manchmal noch mehr. Man muss den Komplex, die Ehrfurcht vor diesen Namen ablegen. Die sind nicht anders als wir, auch die stehen am Morgen auf und gehen pinkeln.»

«Ich stand mit Firmino auf dem Platz»

Christian Fassnacht: «Ich bin gespannt, wie das ist, wenn man gegen solche Spieler auf dem Platz steht und sie nicht nur am Bildschirm sieht. Bisher habe ich kaum gegen Weltstars gespielt, einmal mit Tuggen hatten wir ein Testspiel gegen Hoffenheim, und ich stand mit Firmino auf dem Platz. Es ist schon gut, können wir jetzt auch einmal als Underdog auftreten. Wir haben nichts zu verlieren, trauen uns viel zu. Gerade in den Heimspielen erhoffen wir uns den einen oder anderen Punkt. Vom Verlieren redet niemand. Aber wir sind realistisch genug, um zu wissen, wie schwierig das wird.»

«Vielleicht liegt ja mehr drin, als man uns zutraut»

David von Ballmoos: Heute bin ich weniger der PlayStation-Typ, nur als Kind habe ich ab und zu gespielt. Aber Lukaku gabs ja damals eh noch nicht (lacht). Der Respekt ist da, klar, aber alles ändern werde ich nicht, nur weil wir Champions League spielen. Im Vorfeld ist das jetzt etwas speziell, du beschäftigst dich plötzlich mit diesen Fussballern als Gegner, die du vorher nur als Stars gekannt hast. Aber wir schauen auf uns. Und wir haben uns das nicht alles erarbeitet, um jetzt schon zufrieden zu sein. Es liegt vielleicht mehr drin, als man uns zutraut.»

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