Aktualisiert 19.04.2019 09:03

OstschweizAuch die Ostschweiz hat einen MacGyver

Der St. Galler Felix Immler ist der weltweit einzige vollberufliche «Sackmesser-Pädagoge». Was er mit dem Sackmesser kann, macht ihm so schnell keiner nach.

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Felix Immler ist der einzige Sackmesser-Pädagoge der Schweiz.

Felix Immler ist der einzige Sackmesser-Pädagoge der Schweiz.

privat
Kaum zu glauben, was man mit einem Sackmesser alles machen kann.

Kaum zu glauben, was man mit einem Sackmesser alles machen kann.

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Toll, nicht?

Toll, nicht?

privat

«Der Durchschnittsbürger kennt in der Regel vielleicht vier Schnitzprojekte für das Sackmesser: den Bratspiess, den

Pfeilbogen, die Steinschleuder und den Wanderstock. Ich kenne jedoch über 100 Taschenmesserprojekte», sagt Felix Immler. Coole Projekte zu kennen, sei der Schlüssel, wie man Kinder und Erwachsene fürs Schnitzen begeistern könne.

Mit dem «Sackmesser-Virus» hat er bereits zahlreiche Menschen infiziert. Die Videos auf seinem Youtube-Kanal wurden schon millionenfach geklickt. Oft werde er auch mit MacGyver verglichen. Immler hat es sich zur Aufgabe gemacht, gegen das verstaubte Image des Sackmessers anzugehen. Mit Erfolg. Inzwischen ist der Sackmesser-Pädagoge sogar Botschafter für Victorinox.

Über 300 Kurse

«Schnitzen verbindet Generationen und kann sogar die Beziehung zwischen Eltern und Kindern stärken. Zudem werden Feinmotorik, Vorstellungskraft und Materialkenntnisse gleichermassen gefördert», schwärmt Immler. «Auch die Ausdauer wird gefördert. Ich stelle fest, dass es da bei der jungen Generation manchmal noch hapert.» Mittlerweile habe er über 300 Kurse absolviert und so schon Tausende begeistern können. «Ich bezeichne das Sackmesser auch gern als eierlegende Wollmilchsau. Es ist ein echter Allrounder für alle Gelegenheiten.»

Bei den Kursen werde auch die richtige Pflege des Messers in den Fokus gerückt: «Getrocknete Fruchtsäfte, die etwa beim Schneiden von Früchten entstehen, können die Zwischenräume des Messers verkleben.» Wenn die Klinge klemmt, kann man sie über Nacht in lauwarmes Seifenwasser einlegen, danach sei das Messer wieder betriebsbereit. «Viele Leute haben mehrere Sackmesser zu Hause, aber keines davon schneidet mehr so richtig.» Wichtig sei deshalb auch, dass man in den Workshops lerne, wie man ein Messer schleift.

Noch kein Meister vom Himmel gefallen

Das Tolle an seiner Arbeit sei vor allem, dass er Kinder dafür begeistern könne, sich in der freien Natur zu betätigen, denn Schnitzen passiere draussen. Er räumt aber auch ein, dass es nicht immer einfach sei, gegen Spielkonsolen anzutreten.

Sein Erfolg ruft natürlich auch Trittbrettfahrer auf den Plan. Doch vermeintlich einfache literarische Heilsbringer wie «In fünf Schritten zum perfekten Schnitzer» sind seiner Ansicht nach nicht nur gefährlich, sondern täuschend. «Schnitzen ist nicht einfach, sondern durchaus anspruchsvoll. So schnell wird man nicht zum Profi.»

Neues Buch

Nun liegt sein drittes Buch vor. Es trägt den Titel «Schnitz it yourself». «Niemand schleppt ein grosses, schweres, nässe- und dreckanfälliges Buch in den Wald. Beim meinem neuen Buch kann der Leser die Projektanleitungen easy per QR-Code auf das Handy laden», so Immler. Quasi ein Must-have für alle Outdoor-Freaks.

Das neue Buch kurz vorgestellt. (Video: Felix Immler)

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