Trotz Günstig-Ferien: Auch die Reka kommt nicht recht vom Fleck
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Trotz Günstig-FerienAuch die Reka kommt nicht recht vom Fleck

Günstige Ferien müssten in schwierigen Zeiten boomen - denkt man. Doch auch mit Reka-Checks wollten die Schweizer 2011 nicht so richtig in Fahrt kommen. Immerhin: Die Reka-Feriendörfer sind sehr beliebt.

von
egg
Ein zäher Winter steht bevor: Die Ferientage liegen für viele Reiseanbieter wie die Reka diesen Winter ungünstig.

Ein zäher Winter steht bevor: Die Ferientage liegen für viele Reiseanbieter wie die Reka diesen Winter ungünstig.

Der Schweizer Tourismus kommt nicht vom Fleck, auch nicht mit Günstig-Ferien. Ein Hinweis darauf ist der stagnierende Verkauf von Reka-Checks. Im vergangenen Jahr hat die Schweizer Reisekasse (Reka) mit den Reka-Checks eine leichte Umsatzeinbusse um 0,6 Prozent auf 605,8 Millionen Franken hinnehmen müssen. 2010 wurde noch ein Rekordzuwachs an ausgegeben Checks verzeichnet.

Stellenabbau hat auch Folgen für die Reka

Roger Seifritz, Direktor bei der genossenschaftlich organisierten Reisekasse, ist über das Ergebnis nicht erstaunt: «Der Ferienmarkt Schweiz hat allgemein unter den finanziellen Turbulenzen im Euroraum und dem hohen Franken gelitten. Davon war auch die Reka nicht ausgenommen.» Dennoch zeigt sich Seifritz zufrieden: «Wir haben den Vorteil, dass wir vergünstigte Ferien anbieten können. Diese Sparmöglichkeiten nutzt die Schweizer Bevölkerung gerne aus», sagt Seifritz. Der Einbruch hält sich denn auch in Grenzen.

Laut dem Reka-Direktor besteht zwar keine Tendenz, dass die Unternehmen wegen der düsteren Wirtschaftsaussichten die Abgabe der Reka-Checks streichen. Komme es jedoch bei grossen Unternehmen zum Stellenabbau, dann wirke sich dies aber durchaus auf den Umsatz der Reka aus, so Seifritz. Für 2012 geht die Reka denn von stagnierenden Umsätzen beim Reka-Geld aus. Rund 4100 Arbeitgeber in der Schweiz bieten ihren Angestellten das Reisezahlungsmittel als Lohnnebenleistung an.

2012: Ungünstige Kalendertage

«Bei Ferien im Markt Schweiz müssen wir weiterhin mit Einbussen rechnen, nicht zuletzt wegen der Euro-Problematik und der Tatsache, dass Ferien im nahen Ausland auch 2012 billig sein werden.» Heuer machen aber auch die Kalendertage den Reiseveranstaltern einen Strich durch die Rechnung: «Die Zwischensaison in diesem Winter ist sehr lang», sagt Seifritz. Will heissen: Zwischen Weihnachts- und Sport-, beziehungsweise Fasnachtsferien, liegt 2012 eine lange Durststrecke, in der die Feriengäste nicht besonders zahlreich sein werden.

Auch bei den sonst sehr erfolgreichen Reka-Feriendörfern dürfte das nächste Jahr etwas zäher werden: Der tiefere Buchungsstand lässt zurzeit auf einen Umsatzrückgang schliessen. 2011 hat die Reka in diesen Ferienanlagen noch ein deutliches Umsatzplus von 6 Prozent erzielt. Das neue Feriendorf Sörenberg (LU) schloss bereits im ersten Betriebsjahr mit erfreulichen 46 600 Übernachtungen und einer Auslastung von 70 Prozent ab. Spitzenreiter bei der Auslastung waren 2011 die Feriendörfer Hasliberg (BE), Lenk (BE) und Urnäsch (AR). Auch im eigenen Feriendorf in Italien hat Reka mehr umgesetzt.

1301 Familien unterstützt

Insgesamt steigerte die Reka im Geschäftsbereich Reisen den Umsatz um 2,7 Prozent auf 40,8 Millionen Franken. Bei der Vermittlung von Ferienaufenthalten in Anlagen anderer Anbieter im Ausland musste sie ebenfalls Einbussen hinnehmen.

Die nicht gewinnorientierte Reka hat im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben 4 Millionen Franken zur Vergünstigung der Angebote in den eigenen Ferienanlagen aufgewendet. Zudem betreibt die Reka ein Ferienhilfswerk: Mit 2,5 Millionen Franken hat sie 1301 Familien und Alleinerziehenden Ferien ermöglicht, die sich diese sonst nicht hätten leisten können. (egg/sda)

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