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PräsidentschaftswahlenAuch Donald Trump will US-Präsident werden

Weitere Runde im US-Wahlzirkus: Immobilienmogul Donald Trump (69) hat seine Kandidatur bekannt gegeben. Er geht für die Republikaner ins Rennen.

von
sut/cho/hal
Der Immobilienmagnat und TV-Star Donald Trump will die vergangene Grösse der USA wiederherstellen.

Der Immobilienmagnat und TV-Star Donald Trump will die vergangene Grösse der USA wiederherstellen.

Unter dem Motto «Make America Great Again» verkündete Donald Trump am Dienstag seine Absichten für die US-Präsidentschaftswahlen: Er will selber als Kandidat auftreten und die USA in eine neue, bessere Zukunft führen, wie der erfolgreiche Unternehmer in New York verkündete.

Bei seiner gut 50-minütigen Rede kritisierte er die Politik von Barack Obama stark und sagte: «Wir brauchen einen Präsidenten, der unsere Arbeitsplätze zurückholt.» Die Marke USA müsse zu alter Form finden. Es brauche jemanden, der das Land wieder zu alter stärke führe. Trump sieht die Lösung darin, dass er selbst Präsident der USA wird.

«Welcome to the Free World»

Bevor Trump in der Lobby seines gleichnamigen Turms an der 5. Avenue in Manhattan zu seiner Rede anhob, lobte Tochter Ivana Trump in einem weissen Kleid ihren Daddy in höchsten Tönen. Dann schwebte der Immobilienmogul auf der Rolltreppe herab, während aus Lautsprechern Neil Youngs USA-Hymne «Welcome to the Free World» dröhnte.

Als Galionsfigur der anhaltend erfolgreichen Reality-Serie «Celebrity Apprentice» ist Trump publikumswirksame Auftritte gewöhnt. Am Dienstag spielte seine Rolle als Provokateur voll aus. Ohne Teleprompter oder Manuskript redend, schalt er Politiker generell als unfähige Leute, die das Land angeblich in den Untergang reiten. Extrem negativ äusserte er sich über Präsident Barack Obama: «Er ist eine destruktive Kraft.»

Importsteuer gegen Arbeitsplatzverluste

«Wir sterben», klagte er an einer anderen Stelle. Als grösste Gefährdung stellte er China und Mexico dar, die angeblich Amerikas Arbeitsplätze wegnehmen. Präsident Trump würde die Verlagerung von Produktionskapazität ins Ausland mit einer 35 prozentigen Importsteuer verhindern, drohte er.

Ferner kündigte er an, die «grosse Lüge» der Obamacare genannten Gesundheitsreform rückgängig zu machen. «Niemand wird härter gegen ISIS kämpfen als Präsident Trump», versprach er. Die südliche Grenze der USA wolle er mit einem Zaun sichern, für den Mexiko aufkommen werde. Und den Iran werde er am Bau einer Atombombe hindern.

Kein Lob für andere Kandidaten

Zum Beweis seines politischen Gewichts führte Trump sein Vermögen an. Er wedelte mit einem Dokument, das sein Nettovermögen auf neun Milliarden Dollar bezifferte.

Für die vielen anderen republikanischen Anwärter auf die Präsidentschaft hatte er kein Lob übrig, ausser dass sie nette Menschen seien. Jeb Bush, der seine Kandidatur am Vortag offiziell gemacht hatte, nannte er mit Namen. Dieser habe keine Chancen, weil er beim Thema der Einwanderung schwach sei und eine Vereinheitlichung der Bildungsstandards befürworte. Trumps rhetorische Frage: «Wie zum Teufel kann man so einen Kerl wählen?»

Ist er ernst zu nehmen?

Für das Feld der Republikaner stellt Trump ein Problem dar. Als Provokateur könnte er die Ernsthaftigkeit der politischen Diskussionen gefährden. Der selbstverliebte Unternehmer stand schon vor der Ankündigung seiner Kandidatur in Umfragen auf Platz neun der republikanischen Anwärter. Daher wird er wahrscheinlich an der ersten TV-Debatte im August teilnehmen. «Er könnte die Pläne der Republikaner gefährden, sich als glaubwürdige Alternative zu Obamas Partei darzustellen», schrieb Chris Cillizza in der «Washington Post.»

Die Frage ist, wie ernst die Kandidatur zu nehmen ist. Auf CNN brachen Kommentatoren nach seiner Rede in Gelächter aus. Manchen Rivalen von Donald Trump könnte das Lachen noch vergehen.

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