Nebenwirkung entdeckt: Auch E-Zigaretten können abhängig machen

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Nebenwirkung entdecktAuch E-Zigaretten können abhängig machen

Wenn sie Nikotin enthalten, machen auch E-Zigis süchtig. Doch die Abhängigkeit scheint geringer zu sein als bei normalen Zigaretten.

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In E-Zigaretten sehen viele eine gesündere Alternative zu herkömmlichen Zigaretten.

In E-Zigaretten sehen viele eine gesündere Alternative zu herkömmlichen Zigaretten.

Keystone/Christian Beutler
Deshalb wundert es nicht, dass immer mehr E-Zigi-Shops aus dem Boden schiessen, wie in Winterthur.

Deshalb wundert es nicht, dass immer mehr E-Zigi-Shops aus dem Boden schiessen, wie in Winterthur.

Keystone/Walter Bieri
Dort ist es sogar erlaubt, drinnen zu rauchen - vorausgesetzt es sind E-Zigaretten.

Dort ist es sogar erlaubt, drinnen zu rauchen - vorausgesetzt es sind E-Zigaretten.

Keystone/Walter Bieri

Weil sie es für eine gesündere Alternative halten, greifen heute viele Raucher zu E-Zigaretten statt zu herkömmlichen Glimmstängeln. Der Unterschied: Die Verdampfer produzieren keine schädlichen und potenziell krebserregenden Nebenprodukte wie Teer und Rauchpartikel.

Aber auch sie können süchtig machen, berichten US-Forscher im Fachjournal «Nicotine & Tobacco Research». Für seine Studie entwickelte das Team um Jonathan Foulds von der Pennsylvania State University spezielle psychologische Fragebögen, die auf dem sogenannten Fagerström-Test für Nikotin-Abhängigkeit basieren (siehe Box). Diesen legten sie mehr als 3500 Ex-Rauchern vor, die nun E-Zigis konsumieren.

E-Zigaretten sind ein zweischneidiges Schwert

Dabei zeigte sich – wie von den Forschern erwartet – ein klarer Zusammenhang mit dem Nikotin: Je höher der Nikotingehalt der Verdampfer-Flüssigkeit und je effektiver der Transfer des Nikotins in den Dampf, desto stärker war auch die Abhängigkeit der Nutzer von ihren E-Zigaretten.

Auch die Dauer des Konsums spielte eine Rolle: Jene Probanden, die schon länger dampften, erwiesen sich auch als abhängiger, wie die Forscher berichten. «Trotzdem lagen die Suchtwerte selbst bei stärker abhängigen E-Zigaretten-Nutzern niedriger als zu den Zeiten, als sie noch Tabak rauchten», zitiert die Hochschule Foulds. Das liege vermutlich daran, dass selbst nikotinreiche Verdampfer-Flüssigkeiten weniger von diesem Suchtstoff enthalten als Tabakzigaretten.

Das deutet laut den Forschern darauf hin, dass E-Zigaretten auch weniger giftig sein könnten. «Damit haben sie das Potenzial, Gutes zu tun und Menschen dabei zu helfen, mit dem Rauchen aufzuhören», so Foulds. «Aber sie haben auch das Potenzial, zu schaden.» So sei es positiv, wenn Raucher auf die weniger schädliche Alternative umstiegen. Aber für diejenigen, die zuvor nicht geraucht haben, könnten die elektronischen Verdampfer der Einstieg in eine Nikotin-Abhängigkeit sein.

Fagerström-Test

Der Fagerström-Test ist ein Verfahren zur Bestimmung der körperlichen Tabaksucht von Rauchern. Er wurde bereits vor 25 Jahren eingeführt. Deshalb erfasst er moderne Entwicklungen wie die elektronischen Verdampfer nicht.

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