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Mehr LebensqualitätAuch für Dünne lohnt sich eine Diät

Wer mehr auf den Hüften hat, schielt oft neidisch auf Menschen mit schmalerer Linie. Doch auch Schlanken würde das Kalorienzählen guttun, sagen Forscher.

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Kaum einer ist ganz zufrieden mit seinem Körper. Irgendwas gibt es immer auszusetzen und sei der Makel noch so klein. Angebliche Gründe für eine Diät finden selbst Normalgewichtige. Ihnen spielt nun eine neue Studie von US-Forschern in die Hände. Der zufolge profitieren auch Menschen ohne Speckröllchen vom Kalorienzählen: Sie gewinnen an Lebensqualität. Allerdings nur, wenn sie lang genug – das heisst während Monaten – durchhalten.

Grosse Aufgaben, aufwendiges Experiment

An der vom Team um Corby K. Martin vom Pennington Biomedical Research Center durchgeführten Untersuchung beteiligten sich insgesamt 218 gesunde Männer und Frauen mit einem durchschnittlichen Body-Mass-Index von 25 (siehe Infografik) und einem Durchschnittsalter von 38 Jahren.

Nach der Rekrutierung teilten die Forscher die schlanken bis leicht übergewichtigen Probanden in Gruppen auf. Zwei Drittel von ihnen wurde per Zufallsprinzip der Diätgruppe zugewiesen. Ihre Aufgabe war es, ihre Kalorienzufuhr während des zweijährigen Experiments um 25 Prozent zu senken. Die restlichen Teilnehmer landeten in der Kontrollgruppe und durften weiterhin essen, was und wie viel sie wollten.

Alle Teilnehmer füllten zudem zu Beginn der Studie sowie nach 12 und 24 Monaten Fragebögen aus, auf denen sie über Schlafqualität, Lebensqualität, sexuelle Aktivität und Stimmung Auskunft gaben. Ziel der Studie war es, herauszufinden, ob auch normalgewichtige Personen von einer Diät profitieren können.

Positive Entwicklung auf ganzer Linie

Das konnten sie tatsächlich, wie es im Fachjournal «Jama Internal Medicine» heisst: Obwohl 25 Prozent der Diätgruppen-Teilnehmer es nicht schafften, die Kalorienzufuhr nennenswert zu reduzieren, drückten ihre Mitstreiter den Schnitt innerhalb eines Jahres um 15 Prozent. Nach 24 Monaten waren es immerhin noch rund 12 Prozent. Das war auch auf der Waage sichtbar: Die Kalorienzähler verabschiedeten sich während der Studie von durchschnittlich 7,6 Kilogramm, die Kontrollgruppe von 0,5.

Auch das Wohlbefinden der Teilnehmer wurde von der Dauerdiät positiv beeinflusst. Das zeigte die Auswertung der Fragebögen. Konkret äusserte sich das laut Mitteilung des Instituts in einem Anstieg der Lebensqualität, besserem Schlaf und einer verbesserten sexuellen Funktion. Was das en détail bedeutet, erfahren Sie in der Bildstrecke (siehe oben).

Trotz des eindeutigen Ergebnisses sollte nun aber niemand kopflos mit dem Kalorienzählen starten. Denn die Studie hat auch eine Schwäche, wie Spiegel.de berichtet: So könnte die Tatsache, dass sich die Diät-Haltenden regelmässig mit den Forschern getroffen haben, bei ihnen für ein positives Grundgefühl gesorgt haben, das sich nun im Studienergebnis widerspiegelt.

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