Findelbüsis: Auch gesunde Katzen werden eingeschläfert
Aktualisiert

FindelbüsisAuch gesunde Katzen werden eingeschläfert

Ausgesetzte Katzen finden nicht immer ein neues Zuhause. Manche müssen sterben, weil sie nicht vermittelbar sind, sagt eine Basler Tierschützerin.

von
Lukas Hausendorf

«Wie Müll» wurde ein junges Büsi vor Ostern vor dem Katzenheim des Tierschutzbunds Basel entsorgt – bei Schnee­regen und Kälte. Das junge, unterernährte und verängstigte Tier wäre beinahe erfroren. Heimleiterin Anouk Benziad ist schockiert über den Fall. «Kinder überlässt man doch auch nicht sich selbst», ruft sie aus. Das Katzenheim hätte das Tigerli gratis entgegengenommen. Zudem ist das Aussetzen von Tieren strafbar. Benziad hat bereits eine Anzeige eingereicht.

Die Zukunft solcher Findelkatzen ist in der Schweiz ungewiss. Nicht jede kann vermittelt werden und auf ewig können die wenigsten im Heim bleiben. «Dafür fehlen die Ressourcen», sagt Benziad. Für viele Katzen ist es das Todesurteil. «Immer mehr gesunde Büsi werden eingeschläfert», sagt sie. Das Thema werde in der Schweiz aber einfach totgeschwiegen.

Beim Tierschutz beider Basel ist diese Praxis aber tabu, wie Geschäftsführerin Béatrice Kirn betont. «Wir erlösen die Tiere erst, wenn sie kein artgerechtes Leben mehr führen können», sagt sie. Vielleicht liesse sich das Problem mit der Zunahme an ausgesetzten Katzen technisch lösen, würde ein Chipobligatorium erlassen. «Dann liessen sich die Besitzer leicht eruieren», so Kirn. Und vielleicht bekäme damit manch trauriges Schicksal einer Findelkatze ein Happy End.

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