Gülsha Adilji über Endometriose - «Ich beisse die Zähne zusammen, wenn ich meine Tage habe»
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Gülsha Adilji über Endometriose«Auch heute sage ich nicht, dass ich meine Tage habe und heftig leide»

Endometriose ist eine Erkrankung, die in der Gesellschaft noch wenig thematisiert wird. Ein Fehler, findet Moderatorin und Autorin Gülsha, die nun offen über ihre Diagnose spricht.

von
Katrin Ofner
Stephanie Vinzens
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Gülsha Adilji spricht nun offen über ihre Endometriose-Erkrankung.

Gülsha Adilji spricht nun offen über ihre Endometriose-Erkrankung.

RETO OESCHGER/Tamedia AG
Die 35-Jährige leidet monatlich unter starken Unterleibsschmerzen, die sich wie «45 Messer» anfühlen, «die durch irgendeine Kraft» bewegt werden.

Die 35-Jährige leidet monatlich unter starken Unterleibsschmerzen, die sich wie «45 Messer» anfühlen, «die durch irgendeine Kraft» bewegt werden.

Instagram/guelsha
Aufgrund der Beschwerden landete die Moderatorin sogar schon im Spital.

Aufgrund der Beschwerden landete die Moderatorin sogar schon im Spital.

Instagram/guelsha

Darum gehts

  • Im SRF-Webformat «We, Myself and Why» spricht Gülsha Adilji offen und ungeschönt über ihre Endometriose-Erkrankung.

  • Die Schmerzen seien laut der Moderatorin unerträglich, «so, als hätte ich 45 Messer im Unterleib».

  • Doch das Thema selbst findet scheinbar weder in der Medizin noch in der Gesellschaft genügend Aufmerksamkeit. Ein Fehler, wie die 35-Jährige gegenüber 20 Minuten sagt.

«Ich kann nicht mehr laufen, ich kann nicht liegen, ich schwitze einfach und weine», sagt Moderatorin Gülsha Adilji im Interview mit dem SRF-Webprojekt «We, Myself and Why». Die 35-Jährige spricht darin von ihren Periodenschmerzen, die sie monatlich quälen. «Das hält man wirklich nicht aus. Es ist so, als hätte ich 45 Messer in meinem Unterleib, und die werden bewegt durch irgendeine Kraft.»

Gülsha leidet an Endometriose, einer chronischen, entzündlichen und durch Hormone gesteuerten Erkrankung, bei der sich gebärmutterschleimhautartige Zellen ausserhalb der Gebärmutterhöhle ansiedeln, was zu extremen Unterleibsschmerzen führt. Mindestens acht Jahre lang habe sie nicht realisiert, dass es sich nicht um normale Regelbeschwerden handelt.

Wegen ihrer monatlichen Schmerzen sei sie sogar schon im Spital gelandet. Da die zuständigen Ärztinnen und Ärzte beim Abtasten ihres Bauches vom Naheliegendsten ausgingen, wurde ihr der Blinddarm rausoperiert. Über ihre Endometriose-Erkrankung wusste sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht Bescheid.

Diagnose erst durch Ärztinnenwechsel

Erst der Wechsel ihrer Frauenärztin brachte Klarheit. «Die Diagnose habe ich erhalten, weil ich zu einer neuen Gynäkologin gegangen bin. Sie hatte sofort den Verdacht auf Endometriose, welcher sich dann auch bestätigte», so Gülsha gegenüber 20 Minuten. Von der Erkrankung gehört habe sie zuvor «nicht wirklich».

Monatlich leide sie unter starken Schmerzen, die schon dazu geführt hätten, dass sie während eines Drehs fast kollabiert sei. Weil es ihr damals jedoch unangenehm gewesen sei, den wahren Grund zu nennen, habe sie Migräne als Vorwand genommen. «Auch heute beisse ich noch meistens die Zähne zusammen und bleibe eigentlich nie zuhause. Ich schicke auch kein Memo raus, dass ich meine Tage habe und heftig leide», erzählt die 35-Jährige weiter.

Mehr Bewusstsein schaffen

Mittlerweile kenne sie allerdings ihren Körper und wisse, wie sie mit den monatlichen Beschwerden umzugehen habe. «Je besser ich mich ernähre, Stress vermeide und genug schlafe, desto besser kann ich mit der Endometriose umgehen», so Gülsha gegenüber 20 Minuten. Das bedeute aber lediglich, dass sie dann nur an drei statt sieben Tagen Schmerzmittel einnehmen müsse.

Mit der Offenlegung ihrer Erkrankung wolle sie mehr Bewusstsein für diese schaffen. So würden die Symptome in der Medizin häufig nicht genug ernstgenommen werden. «Wie so häufig bei Beschwerden, welche vor allem Frauen betreffen, wird einfach die Pille eingesetzt und der Zyklus unterdrückt. Und wenn man die Pille nicht einnehmen will, bekommt man eine grosse Packung Ibuprofen, einen feuchten Händedruck und den Tipp, man solle doch Akupunktur ausprobieren», so die Autorin und Kolumnistin abschliessend.

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