Aktualisiert 27.10.2009 14:41

Wer zahlt Steuern?Auch in der Krise werden Steuern bezahlt

Grossunternehmen leisten in der Schweiz einen bedeutenden Steuerbeitrag; sie zahlen 12 Prozent aller Steuern in der Schweiz. Weil viele Steuereinnahmen nicht gewinnabhängig sind, kann sich der Staat auch in Krisenzeiten auf diese Einnahmen verlassen.

In der Schweiz haben 58 der grössten Konzerne 2007 zusammen 22 Mrd. Fr. Steuern bezahlt und so 12 Prozent aller Steuereinnahmen generiert. Zu diesem Schluss kommmt eine Studie des Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse und der Beratungsfirma PricewaterhouseCoopers. Für economiesuisse-Geschäftsführer Pascal Gentinetta ist damit erwiesen, dass die Grossfirmen einen wesentlichen und konstanten Beitrag zu den Staatseinnahmen leisten, wie er am Dienstag vor den Medien in Zürich sagte. Pro Mitarbeiter sorgten die Konzerne für 140 000 Fr. an Steuern und Sozialversicherungsleistungen.

Die Studie erscheint, kurz nachdem bekannt wurde, dass die beiden 2008 verlustreichen Grossbanken UBS und Credit Suisse für 2008 und 2009 wohl keine Gewinnsteuern entrichten.

Die absoluten Schwergewichte für sich genommen verfügten aber schon über eine geballte Steuerkraft, hält Economiesuisse fest: Vom Gesamtsteueraufkommen der 58 befragten Unternehmen stamme 70 Prozent von den fünf grössten.

Die 58 untersuchten Unternehmen hätten zusammen trotz Krise 2008 immer noch 85 Prozent ihrer Steuerkraft von 2007 aufgebracht, so die Autoren und Auftraggeber der Studie. Die Gewinnsteuern allein, die laut Studie zwei Drittel der Steuerbelastung der Konzerne ausmachen, sackten allerdings um 70 Prozent ab.

In einer nächsten Untersuchung wolle Economiesuisse darstellen, wer von den staatlichen Leistungen alles profitiere, sagte Pascal Gentinetta. Der Verband wolle damit aber nicht etwa eine Umverteilung im Land dokumentieren, sondern zeigen, wie Wirtschaft und Gesellschaft zusammenspielten.

(sda/dapd)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.