Aktualisiert 08.09.2009 14:57

Affäre GaddafiAuch in der Schweiz braucht es Arbeitsvisa

Die beiden in Libyen festgehaltenen Schweizer sollen ohne gültiges Arbeitsvisum gearbeitet haben. Ein solches Vergehen ist auch in der Schweiz beleibe keine Lappalie.

von
Omid Marivani

Dass Libyen die beiden Schweizer aus Rache gegen die Festname von Hannibal Gaddafi nicht ausreisen lässt, bezweifelt niemand ernsthaft. In den letzten Tagen verdichteten sich allerdings die Gerüchte, dass zum Zeitpunkt ihrer Festnahme das Arbeitsvisum von Max Göldi und Rashid Hamdani tatsächlich abgelaufen war (20 Minuten Online berichtete). Mit welchen Konsequenzen müsste eigentlich ein Libyer rechnen, der in der Schweiz ohne entsprechendes Visum einer Arbeit nachgeht?

Geldbusse oder Freiheitsstrafe

Auf der Website des EDA heisst es an die Adresse arbeitswilliger Ausländer aus Drittstaaten (Nicht-EU/EFTA-Raum, also auch Libyen): «Wenn Sie in der Schweiz ohne Arbeitsvisum arbeiten, verstossen Sie schwerwiegend gegen die Schweizer Gesetzgebung und werden strafrechtlich verfolgt.» Im Ausländergesetz wird es konkreter: Rechtswidriger Aufenthalt und Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung wird mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr geahndet. Wird die Tat fahrlässig also unwissend begangen, ist eine Geldbusse zu entrichten. Bei sofortiger Ausschaffung entfallen Strafverfolgung, Überweisung an das Gericht oder Bestrafung – eine Behandlung, die Max Göldi und Rashid Hamdani wohl noch so gerne hinnehmen würden.

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