09.04.2020 18:56

LAP trotz Corona

«Auch infizierte Lernende gehen an die LAP»

Die praktischen Lehrabschlussprüfungen finden statt, die schulischen nicht. Lernende sind verunsichert — einige fürchten sich vor einer Ansteckung.

von
fss, zoa
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Trotz der Coronavirus-Pandemie finden die praktischen Lehrabschlussprüfungen statt, die schulischen hingegen nicht.

Trotz der Coronavirus-Pandemie finden die praktischen Lehrabschlussprüfungen statt, die schulischen hingegen nicht.

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Dies hat der Bundesrat am nationalen Spitzentreffen der Berufsbildung beschlossen. Unter der Voraussetzung, dass sämtliche Vorschriften des Notrechts und des BAG eingehalten werden.

Dies hat der Bundesrat am nationalen Spitzentreffen der Berufsbildung beschlossen. Unter der Voraussetzung, dass sämtliche Vorschriften des Notrechts und des BAG eingehalten werden.

Keystone/Peter Klaunzer
«Ich kann mir garnicht vorstellen, wie die Prüfung ablaufen soll. Es ist mir unwohl dabei...», erzählt Sabrina, die gerade im letzten Lehrjahr ist. (Symbolbild)

«Ich kann mir garnicht vorstellen, wie die Prüfung ablaufen soll. Es ist mir unwohl dabei...», erzählt Sabrina, die gerade im letzten Lehrjahr ist. (Symbolbild)

Piksel

Trotz der Coronavirus-Pandemie finden die praktischen Lehrabschlussprüfungen statt. Dies hat der Bundesrat am Mittwoch beschlossen. Unter der Voraussetzung, dass sämtliche Vorschriften des BAG eingehalten werden.

Während die praktischen LAP-Prüfungen stattfinden, entfallen die schulischen Abschlussprüfungen. Sie werden auch nicht nachgeholt. Die Lehrabschlussnote ergibt sich aus den bestehenden Erfahrungsnoten der gesamten Lehrzeit, wobei das aktuelle Semester nicht zählt.

Die praktischen Arbeitsprüfungen werden pro berufliche Grundbildung vorbereitet — teils unterschiedlich nach Branche, Fachrichtung oder Schwerpunkt. Es soll eine in allen Kantonen und an allen Prüfungsorten durchführbare Variante gewählt werden. Der Bund entscheidet abschliessend.

Lernende sind verunsichert

Sabrina macht gerade die Ausbildung zur Detailhandelsfachfrau EFZ. Ihr wäre es lieber gewesen, man hätte die praktischen Prüfungen um einen Monat verschoben: «Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie die Prüfung ablaufen soll. Es ist mir unwohl dabei.»

«Die Ansteckungsgefahr ist viel zu hoch!», findet ein Lernender, der anonym bleiben möchte. «Bei der praktischen Prüfung muss jeder Pakete und Briefe sortieren. So entstehen haufenweise Übertragungspunkte auf den Oberflächen», erzählt der angehende Logistiker.

«Auch die Infizierten gehen an die LAP»

«Ich bin froh, dass dieses Jahr zumindest die schriftliche LAP ausfällt. Ich mache mir Sorgen um eine potenzielle Ansteckung, da selbst die infizierten Leute an die LAP gehen, weil man sonst ein Jahr später repetieren muss», erzählt ein 20 Minuten-Leser, der ebenfalls dieses Jahr die LAP absolvieren muss. «Mit dem ganzen Stress und der Unsicherheit, die mit dem Covid-19 kommen, kann man sich auch nicht gut konzentrieren. Geschweige denn motivieren zum Lernen.»

Auch die Lernende Larissa ist der Meinung, dass die Entscheidung des Bundesrates richtig ist: «Aus meiner Sicht sind wir Lernenden nicht bereit für die Lehrabschlussprüfung. Da es im Online-Unterricht keine Nachhilfe gibt und wir viel zu wenig Unterstützung haben, sind wir auch nicht gut vorbereitet.»

Zoe ist ebenfalls im letzten Lehrjahr und befürwortet den Entscheid des Bundesrates: «Ich bin froh, dass die schriftliche Prüfung ausfällt. Da wir gerade keine Schule mehr haben, wissen wir gar nicht, was wir alles lernen sollen.»

Der Schweizerische Gewerbeverband ist zufrieden mit dem Entscheid. Wie es in einer Medienmitteilung heisst, verhindert er, dass Jugendliche mit einem Lehrabschluss mit negativem «Krisenstempel» in das Berufsleben einsteigen müssen.

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