Auch Japan dreht Hamas den Geldhahn zu
Aktualisiert

Auch Japan dreht Hamas den Geldhahn zu

Japan schliesst sich den USA und der EU an und setzt seine finanzielle Unterstützung für die radikale Hamas- Regierung in den Palästinensergebieten vorerst aus. Die humanitäre Hilfe ist davon aber nicht betroffen.

Bis auf weiteres würden an die Behörden keine neuen Gelder mehr gezahlt, erklärten Vertreter des Aussenministeriums in Tokio am Dienstag. Tokio woll sehen, ob sich die Hamas friedlichen Mitteln bediene und am Friedensprozess teilnehme, hiess es zur Begründung.

Auch die USA und die EU begründeten die Aussetzung von Zahlungen an die palästinensische Regierung derart. Vor allem ihre israelfeindliche Haltung müsse die radikal-islamische Gruppe aufgeben, teilte das japanische Aussenministerium mit.

Humanitäre Hilfe geht weiter

Die humanitäre Hilfe für die Bevölkerung sei von der Entscheidung indes nicht betroffen, fügten die Regierungsvertreter hinzu. So werde etwa weiter für die Reparatur von Strassen und Gebäuden in den Palästinensergebieten gezahlt.

Zudem könne Lebensmittelhilfe gewährt werden, sollte diese gewünscht sein. Auch die EU und die USA setzen die humanitäre Hilfe fort.

Japan hat an die Palästinenser seit 1993 rund 840 Millionen Dollar gezahlt. Die palästinensische Regierung benötigt pro Jahr mehr als eine Milliarde Dollar ausländischer Gelder. Grösster Geldgeber war bislang die EU.

Seit die Hamas Ende März allerdings die Regierung übernommen hat, bahnt sich immer mehr ein Finanzkollaps an. Die USA und EU, die ihre direkten Zahlungen eingestellt haben, wollen die Gruppe mit finanziellem Druck dazu bringen, den jüdischen Staat anzuerkennen und bestehende Verträge einzuhalten. Dagegen haben der Iran, Russland und Katar Nothilfen zugesagt.

(sda)

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