Neue Studie aus Grossbritannien - Auch junge Corona-Erkrankte müssen mit Organschäden rechnen
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Neue Studie aus GrossbritannienAuch junge Corona-Erkrankte müssen mit Organschäden rechnen

COVID-19-Patienten, die ins Spital müssen, erleiden häufig zusätzliche Komplikationen und Schäden an Organen. Junge Menschen sind ebenfalls stark gefährdet.

von
Felix Traber
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Eine neue Studie hat sich mit Organschädigungen und -erkrankungen bei COVID-Patientinnen und Patienten befasst.

Eine neue Studie hat sich mit Organschädigungen und -erkrankungen bei COVID-Patientinnen und Patienten befasst.

Reuters
Insgesamt war jeder zweite ins Spital eingelieferte COVID-19-Patient betroffen.

Insgesamt war jeder zweite ins Spital eingelieferte COVID-19-Patient betroffen.

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Dabei waren auch junge Patientinnen und Patienten oft von anhaltenden Problemen betroffen.

Dabei waren auch junge Patientinnen und Patienten oft von anhaltenden Problemen betroffen.

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Darum gehts

  • Eine neu publizierte britische Studie zeigt, dass auch jüngere COVID-19-Patientinnen und -Patienten oft unter schweren Komplikationen und Organschäden leiden.

  • Bei den 19- bis 29-Jährigen war jeder Vierte betroffen.

  • Manche Patientinnen und Patienten haben nach ihrem Spitalaufenthalt grosse Mühe, den Alltag zu bewältigen.

Jeder zweite COVID-19-Patient, der einen schweren Verlauf der Krankheit erleidet und deswegen ins Spital muss, entwickelt dort Komplikationen. Dies ist ein Fazit der bisher grössten Beobachtungsstudie zu diesem Thema, die in Grossbritannien nach Analyse von 73’197 Erkrankten in 302 Kliniken im ganzen Land erstellt wurde. Als Komplikationen wurden auf Organe bezogene medizinische Probleme definiert. Die Daten wurden während der ersten Welle von Januar bis August 2020 erhoben. Die Studie wurde nun in der Fachzeitschrift «The Lancet» veröffentlicht.

Dabei fanden die Forschenden heraus, dass auch junge Patientinnen und Patienten oft von mindestens einem zusätzlichen Leiden betroffen sind. In der Gruppe der 19- bis 29-Jährigen lag der Anteil bei 27 Prozent, bei den 30- bis 39-Jährigen bei bereits 37 und in der Altersgruppe von 40 bis 50 Jahren bei insgesamt 44 Prozent. Am häufigsten erlitten allerdings die 50- bis 59-Jährigen mit 51 Prozent sowie die 60 bis 69 Jahre alten Patientinnen und Patienten mit 54 Prozent Komplikationen, berichtet BBC.

Mit 24 Prozent der Fälle traten Schädigungen an den Nieren am häufigsten auf, danach folgten das Atmungssystem (18 Prozent) und Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit zwölf Prozent. Männer über 60 waren mit 55 Prozent etwas häufiger betroffen als Frauen mit 48 Prozent.

«Die Botschaft der Studie ist, dass COVID-19 nicht bloss eine Krankheit der Älteren und Gebrechlichen ist», sagt Studienleiter Calum Semple. Sie zeigt klar auf, dass die Krankheit keine Grippe ist. Wir sahen junge Erwachsene, die mit ernsthaften Problemen ins Spital kamen. Einige von ihnen werden auch nach ihrem Spitalsaufenthalt Überwachung und weitere Behandlungen benötigen.» Mediziner sind noch nicht sicher, auf welche Art eine schwere COVID-19-Erkrankung Organschäden verursachen kann, glauben aber, dass in einigen Fällen die Immunreaktion des Körpers eine Entzündung verursachen und gesundes Gewebe schädigen kann.

Einschränkungen im Alltag bei vielen Patienten

Mit der Entlassung aus dem Spital war das Leiden für viele nicht beendet. Mehr als jeder Vierte konnte sein Alltagsleben nicht mehr so selbständig führen wie bisher. Bei 19- bis 29-jährigen Patientinnen und Patienten mussten 13 Prozent nach ihrem Klinikaufenthalt Hilfe von Verwandten oder Bekannten in Anspruch nehmen, in der Altersgruppe von 30 bis 39 war es jeder Sechste.

Die Studie war primär darauf angelegt, kurzfristige Komplikationen während des Spitalsaufenthaltes zu untersuchen, zeigt aber auch auf, dass manche Schäden permanent sind und zum sogenannten Long Covid führen können. «Wir wissen von anderen Infektionskrankheiten, dass diese Art von Problemen etwa bei den Nieren oder dem Herzen zu langfristigen Problemen führen können», sagt Annemarie Docherty von der Universität Edinburgh. «Es ist naheliegend, dass dies auch bei COVID-19 der Fall sein könnte.»

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