Aktualisiert 28.11.2013 16:07

Wettskandal in Österreich

Auch Kuljics «Opfer» verhaftet

Der Wettskandal im österreichischen Fussball hat eine überraschencde Wende genommen. Die Polizei hat Dominique Taboga, das angebliche Erpressungsopfer von Sanel Kuljic, festgenommen.

14 Tage nach dem ehemaligen Sion- und Xamax-Stürmer Sanel Kuljic ist auch dessen angebliches Erpressungsopfer Dominique Taboga festgenommen worden.

Gegen den 31-Jährigen wurde Antrag auf Untersuchungshaft gestellt. Gegen Taboga werde wegen Betrugs im Zusammenhang von Spielmanipulation und Wettbetrug sowie wegen Veruntreuung ermittelt, teilte die Staatsanwaltschaft Salzburg mit.

Taboga, der am 14. November als Spieler des österreichischen Bundesliga-Aufsteiger Grödig entlassen worden ist, soll an bundesweiten Absprachen beteiligt gewesen sein. Der Verteidiger soll zudem 5000 Euro aus der Mannschaftskasse genommen und in die eigene Tasche gesteckt haben.

Die Polizei war ursprünglich davon ausgegangen, dass Taboga das Opfer einer Erpressung war. Doch sehr bald stellte sich heraus, dass der 31-Jährige in die Spielmanipulationsaffäre offenbar tief involviert ist. In einer polizeilichen Einvernahme gestand er, dass er insgesamt sieben Fussballspieler unterschiedlicher Bundesliga-Vereine für eine Spielmanipulation gewinnen wollte. Diese hätten aber alle abgelehnt, erklärte Taboga.

Taboga hatte den Behörden geschildert, dass er wegen des entgangenen Wettgewinns unter Androhung von Gewalt gegen sich und seine Familie erpresst worden sei. Er habe schliesslich «etwas unter 30'000 Euro» an seine Erpresser bezahlt, erklärte Taboga. Kuljic wies jedoch jede Schuld von sich. Taboga habe bei ihm private Schulden, und zwar rund 65'000 Euro für Einrichtungsgegenstände, rechtfertigte sich der ehemalige Internationale.

Justiz ermittelt weiter

Im Zusammenhang mit der Verhaftung Tabogas verhörten die Sicherheitsbehörden in einer koordinierten Aktion 20 aktive oder ehemalige Spieler, darunter drei Profis von Grödig. Ausserdem wurden Hausdurchsuchungen in Wien, Niederösterreich, Kärnten und Salzburg durchgeführt. Nach derzeitigem Wissensstand sollen im Zeitraum von 2004 bis zur Gegenwart 17 bis 19 Spiele manipuliert worden sein. Die einvernommenen aktuellen oder ehemaligen Fussballer spiel(t)en in der Bundesliga, der zweiten Division, in Regional- oder Landesligen. Die genaue Anzahl an Hausdurchsuchungen wurde nicht genannt, in Salzburg waren die Fahnder offenbar in Tabogas Unterkunft. (si)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.