Hanf-Boom in Basel: «Auch meine Mutter ist überzeugte CBD-Kundin»
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Hanf-Boom in Basel«Auch meine Mutter ist überzeugte CBD-Kundin»

Der Verkauf von CBD-Hanf floriert in Basel. Während sich die Polizei bisher noch kaum mit dem Thema beschäftigt, gibt es aber auch kritische Stimmen.

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jd/rob

Mirko Abt spricht über seinen CBD-Shop Mister Nice. (Video: jd)

In der Region Basel haben in der jüngsten Vergangenheit mehrere neue Läden eröffnet, die das grüne legale Gold an den Mann bringen. Mister Nice heisst der jüngste Shop an der Theaterstrasse, der seit einigen Tagen Cannabis-Produkte verkauft. Das Geschäft mit den Blüten und Extrakten, die weniger als 1 Prozent des berauschenden Wirkstoffs THC enthalten, läuft gut. «Wir haben keine Werbung gemacht und trotzdem war der Eröffnungstag mehr als zufriedenstellend», sagt Geschäftsführer Mirko Abt.

Er setze nebst auf Hanf, der vom Endkunden geraucht wird, auch auf Lifestyle-Produkte: Schokolade, Bouillon, Rucksäcke und Shampoo. «Die Kosmetik läuft erstaunlich gut», so der 30-Jährige. Die Kundschaft, die er im Laden sehe, sei bunt durchmischt. «Von alt bis jung: Bei mir kaufen alle Altersklassen ein. Sogar meine Mutter ist eine überzeugte Kundin.»

Erster Coffeshop der Schweiz

An der Aussenfassade von Mister Nice wirbt ein grosses Banner für die Eröffnung einer Cannabis-Lounge in der Rheingasse. Hinter dem Projekt steht Kujtim Saliu. «Entstehen soll ein Ort im Coffeeshop-Stil, wo in aller Ruhe CBD geraucht werden kann», so Saliu. In den Räumlichkeiten soll man sich auch mit CBD eindecken können. Er spricht vom «ersten Coffeshop in der Schweiz.» Eröffnen werde die Lounge im Juni.

Zum CBD-Boom in Basel werden jedoch auch kritische Stimmen laut. «Der Verkauf und Konsum von CBD-Hanf muss längerfristig untersucht und begleitet werden», sagt EVP-Grossrätin und Psychologin Annemarie Pfeifer. Dadurch, dass das «Cannabis light» in Aussehen und Geschmack nicht von Hanf mit hohem THC-Gehalt unterscheidbar ist, könne es leichter zur «Einstiegsdroge» werden. Auch potentielle gesundheitliche Risiken sowie die Wahrung des Jugendschutzes müssten weiter abgeklärt und kontrolliert werden.

Für die Polizei könnte es mühsam werden

Von reinem CBD, welches nicht geraucht wird, «sind bislang keine gesundheitlichen Risiken bekannt», sagt Adrien Kay, Sprecher des Bundesamts für Gesundheit. Die Forschung stecke jedoch noch in den Anfängen. Auch könnten Erstkonsumenten von CBD-Gras aufgrund des minimalem THC-Gehalts eine leicht berauschende Wirkung verspüren. Um das Suchtpotential einzuschätzen, sei es dabei noch zu früh.

Auch ohne oder nur mit geringer berauschender Wirkung könnte CBD-Hanf die Polizei früher oder später beschäftigen: «Der THC-Gehalt von Cannabis ist nicht von Auge erkennbar. Die Polizisten gehen deshalb gleich wie im Fall eines mutmasslichen Betäubungsmittel-Konsums vor», so Martin Schütz, Sprecher der Polizei Basel-Stadt. «Wenn das Produkt legal ist, hat dies keine Konsequenzen zur Folge. Die Ware wird zurückgegeben, für den Konsumenten entstehen keine Kosten», ergänzt Kriminalkommissär René Gsell.

Im Moment sei der CBD-Konsum aber weder für die Polizei noch für die Staatsanwaltschaft ein grosses Thema.

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