Sads-CoV: Auch Menschen könnten sich mit dem Schweine-Coronavirus anstecken
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Sads-CoVAuch Menschen könnten sich mit dem Schweine-Coronavirus anstecken

In China kommt es immer wieder zu Fällen von Schweinen, die sich mit dem Coronavirus des Typs Sads-CoV anstecken. Nun zeigt eine Studie ersmals: Das Virus könnte auch auf den Menschen überspringen.

von
Reto Heimann
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Seit 2016 kommt es immer wieder zu Ansteckungen mit dem Coronavirus Sads-CoV bei Schweinen in China.

Seit 2016 kommt es immer wieder zu Ansteckungen mit dem Coronavirus Sads-CoV bei Schweinen in China.

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Eine Studie legt nun nahe: Auch Menschen könnte das Virus befallen.

Eine Studie legt nun nahe: Auch Menschen könnte das Virus befallen.

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Menschliche Zellen aus Darm, Leber und Lunge konnten in der Studie erfolgreich mit dem Virus infiziert werden.

Menschliche Zellen aus Darm, Leber und Lunge konnten in der Studie erfolgreich mit dem Virus infiziert werden.

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Darum gehts

  • Seit 2016 kommt es in China immer wieder zu Ansteckungen mit dem Coronavirus des Typs Sads-CoV bei Schweinen.

  • Das Virus führt vor allem bei Ferkeln zu Brechdurchfällen. Neun von zehn sterben daran.

  • Eine Studie zeigt nun: Das Virus könnte auch auf den Menschen überspringen.

Ein Corona-Virus des Typs Sads-CoV befällt seit mehreren Jahren in China Schweine. Vom Virus, das ausgeschrieben für «Swine acute diarrhea syndrome coronavirus» steht, sind vor allem Ferkel betroffen, die mit einer 90-prozentigen Wahrscheinlichkeit daran sterben.

Nun zeigt eine neue Studie: Das 2016 erstmals nachgewiesene Sads-Coronavirus könnte auch auf den Menschen überspringen. Das berichtet die Wissenschaftszeitung «Science Times». Sie stützt sich dabei auf eine Studie der US-amerikanischen Universität North Carolina at Chapel, die ihre Resultate in einem bekannten wissenschaftlichen Journal veröffentlichte.

Im Auge behalten

Die Wissenschaftler testeten das Virus an menschlichem Gewebe aus Leber, Darm und Lunge. Dabei zeigte sich: Nahezu alle Zellen wurden erfolgreich mit dem Virus infiziert. Die gute Nachricht: Mit dem Medikament Remdesivir konnte das Virus bekämpft werden.

Dass die Zellen mit dem Sads-CoV-Virus befallen worden sind, ist ein Indiz, aber noch kein eindeutiger Beweis dafür, dass das Schweine-Virus tatsächlich auf den Menschen überspringen könnte. Trotzdem raten die Forscher dringend, das Virus genau im Auge zu behalten.

«Potenzial, Gesundheit und Wirtschaft negativ zu beeinflussen»

«Das Virus hat das Potenzial, die menschliche Gesundheit und die globale Wirtschaft negativ zu beeinflussen», schreiben die Autoren der Studie. Für den Moment schlagen die Forscher vor, befallene Schweine von ihren Artgenossen zu separieren und die Lage auf den Schweinefarmen genau zu beobachten.

Von Sads-CoV befallene Ferkel zeigen heftige Brechdurchfälle. 90 Prozent von ihnen sterben, werden sie vom Virus befallen. Sads-CoV ist nicht zu verwechseln mit der Afrikanischen Schweinepest, die ebenfalls in China immer wieder bei Schweinen umgeht.

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