Hondrich BE: Auch Politiker und Kirche kämpfen nun für Syrerin

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Hondrich BEAuch Politiker und Kirche kämpfen nun für Syrerin

Die Unterstützung für die syrische Familie, der die Rückschaffung zum gewalttätigen Ex der Mutter droht, wird immer grösser. Nun setzen sich auch Politiker und Kirchenvertreter für sie ein.

von
sul
Kann durch die breite Unterstützung das drohende Schicksal der syrischen Familie noch abgewandt werden?

Kann durch die breite Unterstützung das drohende Schicksal der syrischen Familie noch abgewandt werden?

Thuner Tagblatt/Jürg Spielmann

Der Widerstand gegen die drohende Ausweisung einer syrischen Familie aus Hondrich (Gemeinde Spiez) wird immer grösser. Nachdem sich bereits Schule und Elternschaft mit Briefen und einer Unterschriftensammlung an das Staatssekretariat für Migration (SEM) respektive an Justizministerin Simonetta Sommaruga gewandt haben und für Dienstagabend (18.30 Uhr) eine Mahnwache auf dem Waisenhausplatz einberufen wurde, setzen sich nun auch Politik und Kirche für den Verbleib von R.O.* und ihren beiden Kindern in der Schweiz ein.

«Humanität wichtiger als Schengen-Abkommen»

So tagte der Spiezer Gemeinderat am Montagmorgen zum Thema und bekundete Solidarität mit der syrischen Familie, wie das «Thuner Tagblatt» berichtet. «Vertreter des Gemeinderates werden an der Mahnwache teilnehmen», wird Gemeindepräsidentin Jolanda Brunner (SVP) von der Zeitung zitiert.

Auch Gemeinderätin und Grossratspräsidentin Ursula Zybach (SP) wird an der Mahnwache teilnehmen. «Eine Familie vor häuslicher Gewalt zu schützen hat für mich einen wesentlich höheren Stellenwert, als das Schengen-Abkommen nachzuvollziehen», sagt sie und fügt an: «Führen wir die humanitäre Tradition unseres Landes weiter und geben wir dieser Frau und ihren Kinder in der Schweiz weiterhin Schutz und Unterstützung.»

Familie droht Rückschaffung zum gewalttätigen Ex

Auch ein Vertreter der reformierten Kirchgemeinde Spiez wird an der Mahnwache anwesend sein. «Wir unterstützen dieses Anliegen und zeigen Solidarität mit der Familie», sagt Pfarrer Thomas Josi.

R.O. floh im Sommer 2016 mit ihren beiden jüngeren Kindern (9 und 12 Jahre alt) in die Schweiz. Es war die Flucht vor ihrem gewalttätigen Ex-Mann und Vater, dem sie im Rahmen des Familiennachzugs aus Syrien gefolgt war. Die Familie lebt momentan im Durchgangszentrum Hondrich. Weil das Bundesverwaltungsgericht im Februar entschied, dass O. und ihren Kindern kein Asyl gewährt werden kann, droht ihnen die Rückschaffung zum gewalttätigen Ex-Mann.

* Name der Redaktion bekannt

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