Affäre Gaddafi: Auch Prozess gegen Rachid Hamdani vertagt
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Affäre GaddafiAuch Prozess gegen Rachid Hamdani vertagt

In Libyen ist auch der zweite Prozess gegen Rachid Hamdani verschoben worden. Die Verhandlung soll neu am 17. Januar stattfinden.

Eine Begründung für die Verschiebung des Prozesses liegt in seinem Fall noch nicht vor, sagte Erik Reumann, Sprecher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), am Sonntag.

Die Verschiebung war erwartet worden, nachdem am Vortag bereits der Prozess gegen den zweiten in Libyen festgehaltenen Schweizer, Max Göldi, nicht stattgefunden hatte, weil der Mitarbeiter des Technologiekonzerns ABB nicht vor Gericht erschienen war. Die nächste Anhörung ist auf den 16. Januar angesetzt mit der Bedingung, dass Göldi dannzumal persönlich erscheinen müsse. Den beiden Schweizern werden illegale wirtschaftliche Tätigkeiten in Libyen vorgeworfen.

In einem ersten Prozess waren Göldi und Hamdani Anfang Dezember bereits in Abwesenheit zu 16 Monaten Gefängnis und einer Busse verurteilt worden, weil sie gegen Aufenthaltsbestimmungen verstossen haben sollen. Die Berufungsverfahren dazu sollen am 10. und 14. Januar stattfinden.

Beide Geschäftsleute dürfen seit Juli 2008 nicht mehr aus Libyen ausreisen. Sie wurden damals festgenommen, nachdem einige Tage zuvor die Genfer Polizei einen Sohn des libyschen Machthabers Muammar Gaddafi, Hannibal, und dessen Frau verhaftet hatte. Die Beziehungen zwischen Libyen und der Schweiz sind seit dem Vorfall schwer belastet. (sda/dapd)

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International fordert die Bevölkerung auf, zur Unterstützung von Rachid Hamdani und Max Göldi nach Tripolis zu senden. Zudem kann auf der Internetseite von Amnesty Schweiz eine angezündet und eine persönliche Nachricht an die beiden Schweizer geschickt werden. 20 Minuten Online unterstützt die Aktion.

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