Aktualisiert 08.08.2018 12:20

Neue Eskalation in diplomatischer KriseAuch saudische Patienten sollen Kanada verlassen

Saudiarabien ergreift weitere Massnahmen gegen Kanada. Das Königreich stoppt die medizinische Behandlung seiner Bürger in dem nordamerikanischen Land.

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«Wir werden klar und bestimmt Menschenrechtsthemen zu Hause und auf der Welt ansprechen, wo immer wir die Notwendigkeit sehen»: Kanadas Premierminister Justin Trudeau. (Archivbild)

«Wir werden klar und bestimmt Menschenrechtsthemen zu Hause und auf der Welt ansprechen, wo immer wir die Notwendigkeit sehen»: Kanadas Premierminister Justin Trudeau. (Archivbild)

AFP/Lars Hagberg
Sie löste mit einem Tweet die diplomatische Krise mit Saudiarabien aus: Die kanadische Aussenministerin Chrystia Freeland. (Archivbild)

Sie löste mit einem Tweet die diplomatische Krise mit Saudiarabien aus: Die kanadische Aussenministerin Chrystia Freeland. (Archivbild)

AFP/Ronaldo Schemidt
Kanada äusserte Kritik an einer neuen Festnahmewelle von Frauen- und Menschenrechtsaktivisten. Unter den Festgenommnenen sind Samar Badawi (im Bild), die Schwester des inhaftierten Bloggers Raif Badawi. Sie und die ebenfalls inhaftierte Aktvistin Nassima al-Sadah haben jahrelang für das Recht gekämpft, in dem ultrakonservativen Königreich Auto fahren zu dürfen.

Kanada äusserte Kritik an einer neuen Festnahmewelle von Frauen- und Menschenrechtsaktivisten. Unter den Festgenommnenen sind Samar Badawi (im Bild), die Schwester des inhaftierten Bloggers Raif Badawi. Sie und die ebenfalls inhaftierte Aktvistin Nassima al-Sadah haben jahrelang für das Recht gekämpft, in dem ultrakonservativen Königreich Auto fahren zu dürfen.

AFP/Alex Wong

Saudiarabien lässt die diplomatische Krise mit Kanada weiter eskalieren. Die medizinische Behandlung von saudiaarabischen Staatsbürgern in Kanada sei gestoppt worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Spa am Mittwoch. Die Patienten würden von Spitälern in anderen Ländern aufgenommen.

Auslöser der Verwerfungen zwischen beiden Ländern war ein kritischer Tweet der kanadischen Aussenministerin Chrystia Freeland vom Donnerstag zur Festnahme von Menschenrechtsaktivisten in Saudiarabien. Riad reagierte ungewöhnlich harsch, wies den kanadischen Botschafter aus und zog seinen Botschafter aus Ottawa zurück.

Saudische Studenten müssen Uni wechseln

Zudem liess die Regierung über den ihr nahestanden TV-Sender «Al-Arabiya» verkünden, dass auch die etwa 15'000 saudiarabischen Studenten in Kanada ihr Studium woanders weiterführen müssten. Der Handel wurde auf Eis gelegt und die Flüge der staatlichen Fluggesellschaft Saudia nach Toronto eingestellt.

Das Vorgehen Saudiarabiens wird von Beobachtern als Versuch gesehen, andere Länder von der Kritik gegenüber dem Land abzuschrecken. Westliche Regierungen schwiegen zu der Krise bislang, während die arabischen Staaten sich auf die Seite Saudiarabiens stellten. (sda)

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