Aktualisiert 02.08.2018 13:19

Berner Oberland

Auch Schlangen geniessen Bad im Brienzersee

In Brienz hat ein Anwohner eine Würfelnatter gesichtet: Ausgerechnet dort, wo er baden gehen wollte. Nicht zum ersten Mal.

von
Benjamin Hostettler
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Diese Würfelnatter hat ein Leser-Reporter am Brienzersee gesehen.

Diese Würfelnatter hat ein Leser-Reporter am Brienzersee gesehen.

Leser-Reporter
Würfelnatter werden 70 bis 130 Zentimeter lang und können bis zu 26 Jahre alt werden.

Würfelnatter werden 70 bis 130 Zentimeter lang und können bis zu 26 Jahre alt werden.

wikipediacommons/ AK-Bino
In der Vergangenheit wurden am Brienzersee mehrfach Schlangen gesichtet.

In der Vergangenheit wurden am Brienzersee mehrfach Schlangen gesichtet.

Keystone/Peter Schneider

Es schlängelt und zischt am Seeufer. «Ich wollte eigentlich baden und anschliessend fischen gehen», erzählt der Leser-Reporter Christian Gasser 20 Minuten. Dabei habe er plötzlich die Schlange auf dem Ast gesehen. «Sie war gerade dabei, einen Fisch zu verspeisen, wie man auf dem Foto erkennen kann.» Es wurde beim Hotel Brienzerburli, am Seeufer des Brienzersees, aufgenommen. Das Gebiet in Brienz ist im Sommer ein bekanntes Badegebiet und auch bei Fischern sehr beliebt.

«Ich sehe regelmässig Schlangen am Ufer. Vor kurzem war es zum Beispiel eine rote», berichtet der Anwohner. Am Ufer des Brienzersees fühlen sich die Reptilien offenbar besonders wohl. Das bestätigt auch Andreas Meyer, Leiter Fachbereich Reptilien der Koordinationssstelle für Amphibien- & Reptilienschutz in der Schweiz (Karch). «Bei der betreffenden Schlange handelt es sich um eine Würfelnatter. Vor allem am Brienzersee und Bielersee ist sie verbreitet. Die Schlange kam in den 1920er-Jahren in die Schweiz und ernährt sich vor allem von Fischen in Ufernähe.»

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Diese Würfelnatter hat ein Leser-Reporter am Brienzersee gesehen.

Diese Würfelnatter hat ein Leser-Reporter am Brienzersee gesehen.

Leser-Reporter
Würfelnatter werden 70 bis 130 Zentimeter lang und können bis zu 26 Jahre alt werden.

Würfelnatter werden 70 bis 130 Zentimeter lang und können bis zu 26 Jahre alt werden.

wikipediacommons/ AK-Bino
In der Vergangenheit wurden am Brienzersee mehrfach Schlangen gesichtet.

In der Vergangenheit wurden am Brienzersee mehrfach Schlangen gesichtet.

Keystone/Peter Schneider

«Letzter Todesfall im Jahr 1961»

Der Anblick von Schlangen macht nach wie vor vielen Menschen grosse Angst. Diese kann ihnen Meyer nicht nehmen, aber in Bezug auf die Gefahr kann er Entwarnung geben. «In der Schweiz gibt es zwei Schlangenarten (Aspisviper und Kreuzotter), die als Giftschlangen klassifiziert werden. Der letzte Todesfall in der Schweiz durch Schlangen ereignete sich jedoch im Jahr 1961.»

Im vorliegenden Fall präsentiert sich die Lage am Brienzersee noch entspannter. «Würfelnattern sind für den Menschen völlig harmlos. Auch bei einer Berührung würden sie nicht beissen und einen angreifen.»

In der Schweiz häufen sich Berichte von Menschen, die Schlangen gesehen haben. Diese Entwicklung hat für Meyer aber einen einfachen Grund. «Heutzutage halten sich die Menschen viel öfter am Wasser auf als früher. Die Schlangenpopulation in der Schweiz ist seit Jahren konstant.»

«Drei Meter Abstand halten»

Der Leser-Reporter wird auch künftig an der betreffenden Stelle baden gehen. «Ich habe keine Angst vor diesen Schlangen. Etwas Mühe hätte ich, wenn sie direkt neben meinem Kopf schwimmen würden.» Diese Situation könnte laut Andreas Meyer durchaus eintreffe. Gewisse Verhaltenstipps im Umgang mit Schlangen hat er nicht. Aber: «Einen gewissen Abstand von drei Metern sollte man im Idealfall einhalten.» Jedoch müsse man sich in Schweizer Gewässern ohnehin keine Sorgen machen.

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