Aktualisiert 10.06.2009 10:33

Nach LohnkürzungenAuch Setzinger verlässt Langnau

Nach Stürmer Jeff Toms (Ka) wird mit Oliver Setzinger (Ö) auch der zweite wichtige Ausländer die SCL Tigers verlassen. Auch Reto Kobach akzeptierte die Lohnkürzungen nicht.

Am Dienstagabend war die Frist des Vereins an seine Angestellten abgelaufen, die neuen, mit den Lohnkürzungen versehenen Verträge zu unterzeichnen. Kobach hatte sich schon vor ein paar Tagen mit seinem früheren Verein Ambri-Piotta auf die Rückkehr in die Leventina geeinigt. Toms liegen laut Geschäftsführer Heinz Schlatter mehrere Offerten aus verschiedenen europäischen Ligen vor (20 Minuten Online berichtete). Auch Setzinger befindet sich auf Klubsuche. Die SCL Tigers hatten angekündigt, die kommende Saison mit drei Ausländern bestreiten zu wollen. Gegenwärtig haben sie mit Curtis Murphy nur einen «Fremden» unter Vertrag.

Saisonziel ist der Ligaerhalt. Sollten die Zuschauer-Einnahmen höher als budgetiert (4400 Fans pro Spiel) ausfallen, werden diese Mehreinnahmen der Belegschaft zurückerstattet - maximal bis zum vertraglich vereinbarten Lohn. Festgelegt wurde, dass den Mitarbeitern durch eine Vertrauensperson volle Einsicht in die Zuschauerbudgetierung und Abrechung gewährt wird.

Zuletzt zu hohe Löhne bezahlt

Präsident Hans Grunder gab gegenüber der «Mittelland-Zeitung» zu, dass in der Vergangenheit bei den Löhnen «tatsächlich überbordet» worden sei. Vorab die Löhne von Ausländern (u.a. der in die KHL gewechselte Martin Kariya) sollen sich deutlich über dem NLA-Durchschnitt befunden haben.

Die SCL Tigers rechnen für die kommende Saison wegen der Wirtschaftskrise mit Mindereinnahmen im Sponsorenbereich von rund 1,2 Millionen Franken. Es wird davon ausgegangen, dass der Rekord- Zuschauerschnitt aus der Vorsaison (5500) nicht wiederholt werden kann. Die nun kalkulierten 4400 Besucher pro Partie würden Mindereinnahmen von 500 000 Franken bedeuten.

Aktienkapital muss aufgestockt werden

Die Verantwortlichen der SCL Tigers AG hatten bereits an der Generalversammlung im Oktober 2008 eine Aktienkapitalerhöhung von drei Millionen Franken über die nächsten zwei Jahre beschlossen. Um die Spielberechtigung für die nächste Saison zu erhalten, muss das Aktienkapital um mindestens 700 000 Franken aufgestockt werden. Die Erhöhung ist noch nicht realisiert.

(si)

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