Kundenschutz: Auch Sunrise filtert nun lästige Werbeanrufe raus
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KundenschutzAuch Sunrise filtert nun lästige Werbeanrufe raus

Sunrise hat seit einigen Monaten einen Filter zum Schutz vor Werbeanrufen aktiviert. Solche dürften bald Pflicht für alle Anbieter sein.

von
kat
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Unerwünschte Werbeanrufe können mit sogenannten Callfiltern geblockt werden.

Unerwünschte Werbeanrufe können mit sogenannten Callfiltern geblockt werden.

Keystone/Gaetan Bally
Bei Swisscom ist der Callfilter seit mehreren Jahren bereits aktiv.

Bei Swisscom ist der Callfilter seit mehreren Jahren bereits aktiv.

Keystone/Christian Beutler
Nun zieht Sunrise nach und blockiert Werbeanrufe, bevor diese durchgestellt werden.

Nun zieht Sunrise nach und blockiert Werbeanrufe, bevor diese durchgestellt werden.

Bisher hat nur Swisscom seinen Kunden mit sogenannten Callfiltern Schutz vor Werbeanrufen geboten. Nun zieht auch Sunrise nach. Erst jetzt wurde laut einer Mitteilung des Konsumentenschutzes bekannt, dass Sunrise im März 2019 einen entsprechenden Filter aufgeschaltet hat. Dieser soll sowohl im Festnetz als auch im Mobilfunknetz funktionieren. Der Filter greift unter anderem auch für Kunden von Aldi Suisse mobile, Digitec connect und Yallo.

Bei Swisscom ist der Callfilter seit mehreren Jahren bereits aktiv. Im Gegensatz zu Sunrise wird dieser Dienst jedoch nicht automatisch aufgeschaltet, sondern muss vom Kunden aktiviert werden. Seit September 2019 steht dieser Dienst auch den Kunden (mit Ausnahme von Prepaid-Kunden) von Wingo, Coop Mobile und M-Budget Mobile zur Verfügung.

Pflicht für Werbeanruffilter kommt

Der Konsumentenschutz erwartet, dass ein Werbeanruffilter schon bald Pflicht für alle Telecomanbieter wird. Mit der Revision des Fernmeldegesetzes, die im März 2019 vom Parlament verabschiedet wurde, wurde die entsprechende gesetzliche Grundlage geschaffen. Die genaue Ausgestaltung der Regelung wird jedoch in der Fernmeldeverordnung geregelt. Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) erarbeitet derzeit eine Änderung dieser Verordnung.

Schutz auch ohne Telefonbucheintrag

Der Konsumentenschutz geht davon aus, dass das revidierte Fernmeldegesetz in der zweiten Jahreshälfte 2020 in Kraft tritt.

Neu sollen nicht nur Callcenter, die den Sterneintrag missachten, bestraft werden können, sondern auch Unternehmen, die von solchen Anrufen profitieren: «Vor allem Versicherungen und Krankenkassen müssen bald genauer hinschauen, mit welchen Callcentern und Maklern sie zusammenarbeiten», sagt Sara Stalder, Geschäftsleiterin des Konsumentenschutzes.

Zudem sieht die Revision vor, dass neu auch Personen, die ihre Nummer nicht im Telefonverzeichnis registriert haben, automatisch denjenigen mit Sterneintrag gleichgestellt werden und somit Werbeanrufe auf diese Nummern ebenfalls verboten sind. Heute haben Personen ohne Telefonbucheintrag lediglich die Möglichkeit, sich in eine Telefonsperrliste des Schweizer Dialogmarketingverbands einzutragen, die jedoch nur für die Mitglieder des Verbandes verbindlich ist.

Wie man sich sonst noch vor lästigen Werbeanrufen schützen kann, erfahren Sie hier.

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