Auch Thurgauer mögen lieber Schweizerdeutsch
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Auch Thurgauer mögen lieber Schweizerdeutsch

Die Thurgauer Volksinitiative «Nur eine Fremdsprache an der Primarschule - Unseren Kindern zuliebe» hat 5200 Unterschriften übergeben, 4000 wären nötig.

Der Thurgau ist nach Zürich und Zug der dritte Kanton mit einer Volksinitiative.

Das Thurgauer Initiativkomitee setzt sich aus vier SVP- und je einem SP-, FDP-, CVP-, EDU- und Grünen-Mitglied zusammen. Die notwendigen Unterschriften wurden seit Ende September gesammelt.

Die Initiative richtet sich gegen das Sprachen-Konzept der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK), das der Thurgau übernehmen will. Dieses sieht vor, ab dem Schuljahr 2012/13 zwei Fremdsprachen in der Primarschule einzuführen. Eine erste Fremdsprache soll in der dritten Klasse unterrichtet werden, eine zweite ab der fünften Klasse.

Damit wären nach Meinung der Initiative viele Kinder überfordert, zumal bereits Hochdeutsch eine Fremdsprache sei. Eine Vorreiterrolle habe Appenzell Innerrhoden, wo Englisch ab der dritten Klasse als einzige Fremdsprache unterrichtet wird.

Widerstand auch in anderen Kantonen

Neben Zürich und Zug, wo ebenfalls Volksbegehren eingereicht wurden, regt sich auch in anderen Kantonen Widerstand gegen das Sprachenkonzept der EDK. In Nidwalden und Schwyz sind politische Vorstösse hängig.

In Schaffhausen hat der Kantonsrat am Montag eine entsprechende Motion knapp abgelehnt. Die Thurgauer Initiative rechnet auch dort mit einer Volksinitiative.

Vor zehn Tagen wurde ein interkantonales Komitee gegründet, um den Widerstand in den Kantonen zu koordinieren. Vertreten sind dort bislang zehn Kantone aus der Ost- und Zentralschweiz (SG, TG, SH, ZH, ZG, OW, NW, SZ, LU, GL). (sda)

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