Aktualisiert 27.08.2012 07:16

Nach Schweizer BankernAuch Treuhänder zittern vor USA-Trips

Aus Furcht vor der US-Justiz getrauen sich nun auch viele Schweizer Anwälte und Treuhänder nicht mehr ins «Land der unbegrenzten Möglichkeiten». Bisher verzichteten vor allem Banker auf Reisen in die Staaten.

von
jbu
Die US-Justiz lehrt Schweizer Bankern, Treuhändern und Anwälten das Fürchten.

Die US-Justiz lehrt Schweizer Bankern, Treuhändern und Anwälten das Fürchten.

In Zeiten des Steuerstreits zittern auch Schweizer Treuhänder vor der US-Justiz. Viele von ihnen meiden die Staaten deshalb im Moment. «Wir nehmen natürlich zur Kenntnis, was die US-Justiz bietet», bestätigt Patrik Kneubühl, Direktor von Treuhand Suisse, gegenüber dem Schweizer Radio DRS.

Vor allem in den Kantonen mit einem starken Finanzplatz gebe es inzwischen Treuhänder, die sich nicht mehr in die USA getrauten. Den Vermögensverwaltern bereiten aber nicht nur mögliche Konsequenzen bei Reisen in die USA Bauchschmerzen, sondern auch die Gefahren, die im Internet lauern. Denn dort ist ein Mitgliederverzeichnis der Treuhänder frei einsehbar.

«Stellen sie sich irgendeine Justizbehörde vor, die nichts zu tun hat und die denkt: Neben dem Bankgeheimnis gibt es ja noch das Treuhandgeheimnis», gibt Treuhand-Suisse-Direktor Kneubühl zu bedenken. Intern werde nun geprüft, ob das öffentliche Verzeichnis im Netz gelöscht werden soll.

Neben den Treuhändern gibt es auch Anwälte, die derzeit auf Reisen in die USA verzichten. Michael Hüppi vom Schweizerischen Anwaltsverband geht davon aus, dass dies ebenfalls Personen sind, die bankennah tätig sind. Er spricht von einer kleinen Zahl Betroffener und sieht darum keinen Anlass, tätig zu werden.

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