Suchtmittel für Schwangere: «Auch werdende Väter sollten nicht trinken»
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Suchtmittel für Schwangere«Auch werdende Väter sollten nicht trinken»

40 Prozent der Schwangeren verzichten laut einer Studie nicht auf Alkohol und Zigaretten. Nun erzählen die Leser, was sie davon halten.

von
duf
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Ergebnisse eines Forschungsteams der Klinik für Geburtshilfe des Universitätsspitals Zürich zeigen, dass lediglich 60 Prozent der werdenden Mütter abstinent sind. Die anderen konsumieren weiter Alkohol, was dem Baby schaden kann.

Ergebnisse eines Forschungsteams der Klinik für Geburtshilfe des Universitätsspitals Zürich zeigen, dass lediglich 60 Prozent der werdenden Mütter abstinent sind. Die anderen konsumieren weiter Alkohol, was dem Baby schaden kann.

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Mit dem Rauchen ist es ähnlich. 10 Prozent der Frauen rauchen trotz Baby weiter.

Mit dem Rauchen ist es ähnlich. 10 Prozent der Frauen rauchen trotz Baby weiter.

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Grégoire Vittoz, Direktor von Sucht Schweiz, appelliert deshalb auch an die werdenden Väter. Sie sollten während ein paar Monaten auf eine rauchfreie Umgebung achten.

Grégoire Vittoz, Direktor von Sucht Schweiz, appelliert deshalb auch an die werdenden Väter. Sie sollten während ein paar Monaten auf eine rauchfreie Umgebung achten.

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Ein Forschungsteam der Klinik für Geburtshilfe des Universitätsspitals Zürich fand heraus, dass rund 40 Prozent der werdenden Mütter weiterhin Suchtmittel konsumieren. Das berichtete die «SonntagsZeitung».

Nun haben sich diverse 20-Minuten-Leser gemeldet, die von ihren Erfahrungen und Meinungen über ihre Trink- und Rauchgewohnheiten während der Schwangerschaft erzählen.

«Ein Gläschen muss nicht schaden»

Olivia (22) verzichtet während ihrer zweiten Schwangerschaft komplett auf Alkohol. «Ich denke aber, dass nicht jedes Kind entsprechende Folgen haben muss, weil die Mutter vielleicht mal ein Gläschen Wein in der Schwangerschaft getrunken hat.» Jedoch findet sie, dass alle Ärzte ein absolutes Alkoholverbot aussprechen sollten. Ihr Partner trinke selten und nur, wenn er im Ausgang ist.

Frauenärztin riet zum Glas Wein

Leserin Doris war starke Raucherin und hat sofort damit aufgehört, als sie schwanger war. Sie habe in einem Fachbuch beim Gynäkologen aber gelesen, dass ein gelegentliches Glas Wein kein Problem sei. «Auch viele meiner Kolleginnen haben zwischendurch mal ein Glas Wein getrunken und meinten, das sei problemlos. Meine ehemalige Frauenärztin sagte mir sogar, dass ein Glas Rotwein wöchentlich gesund wäre für das Kind.»

Dennoch verzichte sie auf Alkohol. «Nur im vierten Monat habe ich mal ein Glas Sekt-Orange getrunken und einen Schluck Wein von meinem Freund probiert.» Das habe sie kaum gespürt, weshalb sie sich nicht vorstellen könne, dass so was schädlich ist.

Auch aufs Essen achten

Miriam war schon bei ihrer ersten Schwangerschaft strikt und will das auch bei der aktuellen bleiben. «Die paar Monate im Leben, in denen ich ganz allein für neues Leben verantwortlich bin, kann ich ja wohl verzichten», sagt sie und geht sogar noch einen Schritt weiter.

Rohes Fleisch, roher Fisch sowie Weich- und Rohmilchkäse sind bei ihr tabu. «Mein Mann trinkt zudem glücklicherweise kaum Alkohol und so unterstützt er mich selbstverständlich.»

«Schadet es dem Kind, wenn Mann trinkt?»

Leserin Newman sieht den Support der Männer sogar als Voraussetzung an: «Ich finde, Männer sollten in dieser Zeit genau das Gleiche machen. Aus Respekt und Solidarität.» Jedoch würde sie nur wenige kennen, die so was durchziehen würden. «Ich habe das Gefühl, Männer wollen den Spass, aber die negativen Aspekte einer Schwangerschaft darf die Frau ausbaden.»

Leser Lecramsong kann das nicht verstehen. «Ist es etwa auch schädlich für das Kind, wenn ich trinke?», fragt er. Seine Frau und er haben einen speziellen Deal: «Wir sind aktuell im vierten Monat schwanger. Meine Frau trinkt und raucht nicht, dafür trinke ich jedes Mal für sie mit.»

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