Clubsterben: Auch Zukunft der Kuppel steht in den Sternen
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ClubsterbenAuch Zukunft der Kuppel steht in den Sternen

Die Umgestaltung des Grünraums rund um die Kuppel hat schon begonnen. Zum geplanten Neubau des Basler Konzertlokals hört man aber noch nichts Konkretes.

von
jd
Die Kuppel steht unter Zugzwang: ohne Geld für den Neubau muss sie dicht machen.

Die Kuppel steht unter Zugzwang: ohne Geld für den Neubau muss sie dicht machen.

Das Nachtigallenwäldeli zwischen Heuwaage und Zoo wird zur Parkanlage aufgewertet. Bereits letzte Woche wurden 30 Bäume gefällt, um Platz für den entstehenden Park zu schaffen. Mittendrin steht das Konzertlokal Kuppel, das bis 2017 der Umgestaltung weichen muss.

Bis dann hat der Gastrounternehmer Simon Lutz Zeit, Geld für den Neubau seines Lokals in der Nähe des bestehenden aufzubringen. Die Summe ist happig: 7,5 Millionen Franken soll das Gebäude, das an einen Brotkorb erinnert, kosten.

Die Zeit drängt

Lutz ist vorsichtig und wagt sich mit seiner Aussage nicht zu weit auf die Äste hinaus: «Zu gegebenem Zeitpunkt werde ich über meine Pläne informieren», sagt er und will keine Angaben zum Verlauf seines Projekt preisgeben. Das Gleiche hörte man bereits vor einem Jahr. Knapp zwei Millionen Franken wurden ihm bereits vom Kanton zugesprochen, da dieser Proberäume für den Rockförderverein im Neubau unterbringen will.

Die Zeit drängt für Lutz. Thomas Gerspach von der Stadtgärtnerei, der sich um die Grünplanung des «Nachtigallenwäldeli» kümmert, sagt: «Die Ersatz-Kuppel muss bis Anfang 2017 stehen.»

Garage muss schliessen

Ein Club wird jedoch mit Sicherheit von der Bildfläche verschwinden müssen. Im Lokal Garage gehen Ende Jahr für immer die Lichter aus. «Aus baulichen Gründen wird es nicht mehr möglich sein, den Betrieb weiterzuführen», so Lutz. Somit ist die Garage nebst Nordstern und Hinterhof das dritte Lokal, das sein Zuhause verliert.

Das parteiunabhängige Komitee «Kulturstadt Jetzt» will aber trotz Hiobsbotschaften nicht klein beigeben. «Nur weil drei Clubs schliessen, werden die Jungen und Wilden nicht einfach zu Hause sitzen bleiben», sagt der Geschäftsführer Claudio Miozzari. Es werden sich alternative Orte zum Feiern finden lassen, so etwa der Hafen.

Das Thema sei jedoch nicht gegessen und eine Interpellation werden wahrscheinlich folgen. «Es ist eine Frage der fehlenden Wertschätzung, wenn staatliche Institutionen ohne mit der Wimper zu zucken kulturelle Betriebe aus ihren Liegenschaften rausschmeissen», so Miozzari.

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