Aktualisiert 26.05.2020 17:15

Simracing-Skandal

Audi schmeisst Daniel Abt aus Formel-E-Team

Weil er in einem Simracing-Spiel betrogen hatte muss der erfolgreiche Rennsportler Daniel Abt nicht nur 10’000 Euro Busse zahlen: Er wird von seinem Arbeitgeber suspendiert und verliert sein Formel-E-Cockpit.

von
Marc Gerber

Darum gehts

  • Formel-E-Fahrer Daniel Abt lässt Simracing-Profi für sich fahren.
  • Bei der «Race at Home Challenge» kämpfen die Formel-E-Rennfahrer auf virtuellen Strecken.
  • Daniel Abt muss wegen Betrug 10’000 Euro Strafe zahlen.
  • Er wird von seinem Formel-E Team suspendiert und verliert so sein Cockpit.
  • Es ist der grösste Formel-E-Skandal, den die noch junge Rennserie erlebt hat.

Wärend in den USA mit der Nascar-Rennserie schon wieder Rennen mit Schutzmasken veranstaltet werden ist in Europa an so etwas noch nicht zu denken. Auch die Elektro-Rennserie Formel-E pausiert im Moment. Mit der «Race at Home Challenge» wird aber trotzdem gefahren. Die echten Formel-E Fahrer messen sich wöchentlich Online im Simulationsspiel «rFactor 2». So auch letzten Samstag am 23. Mai.

Im Fahrerfeld für Audi Sport Abt Schäffer fährt auch Daniel Abt mit. Im richtigen Leben ist der Formel-E-Fahrer erfolgreich, immerhin 10 Podiumsplätze und zwei Siege auf seiner Heimstrecke in Berlin. Doch auf die virtuellen Rennstrecken, auf diese hatte Daniel Abt keinen Bock und genau das wird ihm zum Verhängnis.

Daniel Abt gewinnt den Berlin E-Prix 2018.

Anstatt letzten Samstag selber zu fahren auf der virtuellen Strecke von Berlin, lehnt er sein Cockpit dem Simracing-Profi Lorenz Hörzing aus. Der Schwindel flog zuerst nicht auf auf und der Sim-Racer fuhr im Namen von Daniel Abt um den Sieg. Doch schon während des Rennens kamen zweifel auf, da der Fahrstil anders war als man das von Formel-E-Fahrer Daniel Abt gewohnt war. Auch Interviews gab der Deutsche nur ohne Webcam-Bilder und nach dem Rennen haben sich mehrere Fahrer wie Formel-E-Weltmeister Jean-Éric Vergne bei der Rennleitung beschwert.

Wäre Daniel Abt doch lieber selber gefahren

Da die «Race at Home Challenge» die virtuelle Alternative zur Formel-E ist und auch von der FIA veranstaltet wird, wurde Daniel Abt gebüsst. Er muss 10’000 Euro einem gemeinnützigen Projekt spenden. Sein Formel-E-Team Audi Sport Abt Schäffer, das von seinem Vater geleitet wird, suspendiert heute den Deutschen. Daniel Abts Vertrag wäre am Ende der Saison sowieso abgelaufen und die Zukunft des 27-Jährigen bei Audi ist fraglich.

Daniel Abt sprach schon mehrfach von einem Rücktritt, vielleicht ist Audi ihm durch diesen Fauxpas einfach zuvorgekommen. Der deutsche Rennfahrer ist dank seinem Youtube-Kanal mit über 300’000 Abonnenten einer der beliebtesten deutschen Fahrer. Genau diese Fans hoffen auf ein ausführliches Statement auf genau diesem Kanal.

Update 21.00 Uhr:

Daniel Abt hat auf seinem Youtube-Kanal ein Statement gepostet.

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20 Kommentare
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ContraAUDI

16.06.2020, 10:12

Audi blamiert sich doch bis auf die Knochen. Daniel ist die Brücke zu den Jungen Menschen, tja Audi selber Schuld wenn Ihr den rauswerft. Da hilft auch kein JP mehr.

Pitschum

30.05.2020, 07:29

Jetzt hat der gute Daniel Abt halt die Möglichkeit, für eine andere, bessere Marke zu fahren. Zum Glück gibt‘s auf der Welt noch mehr als diese Audi‘s, welche eh immer kaputt gehen und dafür noch ein Schweinegeld kosten. Und mit so einer peinlichen Reaktion ist die Marke für mich nun definitiv gestorben! Alles Gute Dani und viel Spass mit deinem neuen Team

Goofy

28.05.2020, 01:54

Formel E ist eh eine Micky Maus Formel🚗