Elektroautos: Audi treibt den Tesla-Fighter voran
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ElektroautosAudi treibt den Tesla-Fighter voran

Noch ist Tesla der Branchenprimus unter den Elektroautos. Eine Reihe von Firmen wollen dem US-Unternehmen den Markt streitig machen.

von
lin
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Die Elektro-Limousine Model S von Tesla ist in ihrem Segment zurzeit praktisch ohne Konkurrenz.

Die Elektro-Limousine Model S von Tesla ist in ihrem Segment zurzeit praktisch ohne Konkurrenz.

Tesla
Der deutsche Autobauer Audi will dem US-Unternehmen künftig mit dem Elektro-SUV e-tron quattro diesen Markt streitig machen.

Der deutsche Autobauer Audi will dem US-Unternehmen künftig mit dem Elektro-SUV e-tron quattro diesen Markt streitig machen.

Audi
Etwas weniger glamourös sieht das selbstfahrende Auto von Google aus. Im Gegensatz zum Projekt von Audi sammelt das Fahrzeug von Google aber bereits fleissig Testkilometer.

Etwas weniger glamourös sieht das selbstfahrende Auto von Google aus. Im Gegensatz zum Projekt von Audi sammelt das Fahrzeug von Google aber bereits fleissig Testkilometer.

Google / Handout

Tesla-Fighter nennt man bei Audi intern den Elektro-SUV e-tron quattro. Eine Reichweite von bis zu 500 Kilometer soll das Elektroauto der VW-Tochter dereinst haben. Die Batterien dafür werden von den koreanischen Unternehmen Samsung und LG gebaut. Im August hat der deutsche Autobauer erste Bilder präsentiert und an der Automesse IAA, die am 17. September in Frankfurt ihre Tore öffnet, wird ein erstes Konzeptfahrzeug des Elektro-Geländewagens präsentiert werden. Ab 2018 soll das Auto auf den Strassen unterwegs sein.

Bisher haben die etablierten Autobauer den Markt für reichweitenstarke Elektroautos fast kampflos Tesla überlassen. Ende September startet Tesla bereits der Verkauf des dritten Serienmodells, dem Model X. Trotz eines Startpreises von über 130'000 Dollar sollen schon über 23'000 Stück bestellt worden sein. Für 2015 ist das Auto ausverkauft. Inzwischen tüftelt das US-Unternehmen bereits an einem vierten, billigeren Serienmodell, das 2017 in Produktion gehen soll und rund 35'000 Dollar kosten wird.

Insgesamt soll die VW-Tochter deutschen Medien zufolge bis 2019 24 Milliarden Euro in Zukunftstechnologien wie die Elektrifizierung und Digitalisierung investieren.

Konkurrenz aus China

Neben jenem von Audi steht eine ganze Reihe von Projekten in den Startlöchern, mit denen Tesla herausgefordert werden soll: Das chinesisches Unternehmen NextEV will bereits im kommenden Jahr ein erstes Modell mit über 1000 PS vorstellen, wie die ARD berichtet. Ein ehemaliger Europa-Chef von Ford leitet das Unternehmen. John Thomas, der zwischen 2006 und 2008 für Tesla das Model S mitentwickelte, ist inzwischen ebenfalls bei NextEV in China angestellt.

Entscheidend für den Erfolg von Elektroautos ist insbesondere die Leistungsfähigkeit der verwendeten Batterien. Dass chinesische Firmen im Hightech-Bereich innerhalb von kürzester Zeit ihre (westliche) Konkurrenz abhängen können, zeigte sich etwa bei den Solarzellen: Innerhalb von wenigen Jahren dominierten chinesische Hersteller diesen Markt. Erzielen sie bei der Produktion von Batterien einen ähnlichen Erfolg, könnte das auch den Markt für Elektroautos in Bewegung bringen.

Kleiner Marktanteil

Doch auch Google werkelt an einem Elektroauto: Das selbstfahrende Fahrzeug von Google sammelt bereits jetzt fleissig Kilometer auf den US-Strassen. Unklar ist bisher allerdings, wann der Technologiekonzern tatsächlich eigene Autos produzieren will, oder ob er letztlich doch nur die Technologie für selbstfahrende Autos bereitstellen wird. Unabhängig davon wie die Pläne von Google aussehen, arbeitet auch Apple an einem Elektrofahrzeug. Wie der «Guardian» kürzlich berichtete, sucht das Unternehmen in Kalifornien bereits nach einem Testgelände für sein Auto-Projekt.

Trotz allem Hype um Tesla und Co. machen Elektroautos in der Schweiz bisher nur einen Bruchteil der neu zugelassenen Autos aus. 2015 lag in den ersten vier Monaten der Anteil an reinen Elektroautos in der Schweiz bei unter einem Prozent. Ändern dürfte sich das erst, wenn der Preis für elektrisch betriebene Autos sinkt. Das zeigt etwa das Beispiel Norwegen, wo das Model S von Tesla dank steuerlichen Anreizen zum meistverkauften Neuwagen avancierte.

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