Radiobetrieb verunmöglicht: AUE-Bau vertreibt Basilisk von der Schifflände
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Radiobetrieb verunmöglichtAUE-Bau vertreibt Basilisk von der Schifflände

Radio Basilisk sieht sich gezwungen, seinen Standort an der Schifflände zu räumen. Grund dafür ist der Neubau des Amts für Umwelt und Energie.

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«Radio Basilisk» muss wegen dem geplanten Neubau für das Amt für Umwelt und Energie umziehen. Die Bauarbeiten würden den Radiobetrieb verunmöglichen.

«Radio Basilisk» muss wegen dem geplanten Neubau für das Amt für Umwelt und Energie umziehen. Die Bauarbeiten würden den Radiobetrieb verunmöglichen.

20 Minuten/las
Das neue AUE-Hauptquartier (Visualisierung) soll in der Spiegelgasse direkt neben dem Studio des Senders entstehen.

Das neue AUE-Hauptquartier (Visualisierung) soll in der Spiegelgasse direkt neben dem Studio des Senders entstehen.

bs.ch
Um dem Baulärm auszuweichen, zieht der Radiosender in das Tally-Weijl-Haus am Marktplatz.

Um dem Baulärm auszuweichen, zieht der Radiosender in das Tally-Weijl-Haus am Marktplatz.

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Die wenigstens haben Freude an einer Baustelle in der Nachbarschaft. Für Radiosender ist die Lage besonders prekär, denn für sie wird durch die Bautätigkeit der Betrieb verunmöglicht. So sieht sich Radio Basilisk wegen des an der Spiegelgasse geplanten Neubaus des Amts für Umwelt und Energie (AUE) gezwungen, umzuziehen.

«Gegen den Lärm kann man Isolationen anbringen. Die Vibrationen und die Staubentwicklung stellen unsere Studiotechnik vor ein unlösbares Problem», erklärt Matthias Hagemann, Verwaltungsratspräsident von Radio Basilisk. Wegen der Empfindlichkeit der Radio-Ausrüstung sei schliesslich nur eine Option geblieben: der Wegzug.

Permanent statt temporär

Wie die «Schweiz am Sonntag» schreibt, geht mit dem Abgang von Radio Basilisk eine Ära zu Ende. Der grösste Basler Radiosender war seit 1986 an der Marktgasse beheimatet. Nach über 30 Jahren verabschiedet sich das Basler Wappentier nun von der Schifflände und flieht vor dem Baulärm ins Tally-Weijl-Haus am Marktplatz.

Und dort gedenkt der Sender auch zu bleiben. «Ein temporärer Umzug wäre nur infrage gekommen, wenn wir keine gleichwertige Liegenschaft gefunden hätten», so Hagemann. Nach einer solchen habe man aber Ausschau gehalten, um zu verhindern, gleich zweimal umziehen zu müssen. Für einen Radiosender sei dies sehr umständlich und teuer. Zudem sei der neue Standort besser als der alte. «Zentraler geht es gar nicht mehr, und wir sind dort auch sichtbarer als an der Schifflände», sagt Hagemann.

AUE-Neubau rang sich durch Abstimmung

Ursprünglich war der Baubeginn für den 16 Millionen Franken teuren Neubau für 2016 angesetzt. Die FDP hatte im Februar aber das Referendum ergriffen. Im Juni rang sich das Vorhaben dann mit 51,1 Prozent der Stimmen durch die Abstimmung. «Das ist ein Abstimmungsresultat. Dagegen kann man nichts machen», sagt Jean-Luc Wicki, Programmleiter bei Radio Basilisk. Die Arbeiten dürfen diesen Frühling beginnen. Im April zieht der Sender um.

Laut Hagemann sei durch die Annahme des Bauvorhabens eine «neue Lage» entstanden. Gegenüber der «Schweiz am Sonntag» bekundete er seinen Frust: «Dem zuständigen Projektleiter des Hochbauamts sei es offenkundig völlig egal, was der Lärm für das Radio bedeute.» Auch eine Anfrage beim Amt sei «monatelang unbeantwortet» geblieben. So wurde der Umzug Tatsache. Ob die 20-Minuten-Redaktion Basel, die sich zurzeit im gleichen Gebäude befindet wie Radio Basilisk, ebenfalls vor dem Bauradau gerettet wird, ist noch unklar.

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