Vorsicht Falle: Auf Airbnb wimmelts von falschen Chalets
Aktualisiert

Vorsicht FalleAuf Airbnb wimmelts von falschen Chalets

Auf Airbnb treiben derzeit Betrüger ihr Unwesen. Sie locken mit Luxus-Chalets in Zermatt zu einem unverschämt tiefen Preis. Und kassieren im Voraus ab.

von
Dorothea Vollenweider

Vier Freunde wollen Neujahr in Zermatt verbringen. Sie suchen nach einer Unterkunft und werden auf Airbnb fündig: Ein Luxus-Chalet mit vier Zimmern und vier Badezimmern für 205 Franken pro Nacht. Das Angebot scheint zu gut, um wahr zu sein. Also haken die vier Freunde nach, schreiben der Gastgeberin mit dem Namen Amita eine E-Mail. Diese antwortet umgehend, alles sei bestens, sie könnten das Chalet über Neujahr zu diesen Konditionen haben.

Das Geld ist weg

Die Freunde buchen und erhalten von Airbnb und der Gastgeberin umgehend eine Bestätigung. Zudem erhalten sie eine E-Mail, worin sie aufgefordert werden, eine Anzahlung von 680 Pfund als Depot auf ein englisches Konto zu überweisen. Sie gehen der Aufforderung nach. Kurz darauf werden sie von Airbnb informiert, dass es sich um ein Betrugsmail handelte. Zu spät: Das Geld ist weg.

Dies ist einem 20-Minuten-Leser, der anonym bleiben will, und seinen Freunden letzte Woche passiert. Airbnb bedauert den Vorfall und verweist darauf, dass auf der Website ausdrücklich darauf hingewiesen wird, niemals auf Zahlungsaufforderungen via E-Mail einzugehen.

Doch nicht nur die E-Mail mit der Zahlungsaufforderung stammt von Betrügern. Auch das Luxus-Chalet und die Gastgeberin existieren in Wirklichkeit wohl nicht – das Angebot ist bereits einen Tag nach der Buchung nicht mehr auffindbar. «Ich war schockiert, weil das Angebot so professionell daherkam», so das Airbnb-Opfer. Das Luxus-Chalet wurde mit rund 10 Bildern dokumentiert und die Gastgeberin kommunizierte in fehlerfreiem Englisch mit ihnen. Sogar die Strasse, an der sich das Chalet angeblich befindet, wurde angegeben.

Betrüger noch immer aktiv

Zwar ist das Luxus-Chalet von Amita derzeit nicht mehr auf Airbnb zu finden. Doch eine Recherche von 20 Minuten ergab: An derselben Strasse in Zermatt wurde am Montag ein anderes Luxus-Chalet von Isaias aus Brasilien angeboten. Es bietet angeblich Platz für 10 Personen, hat 5 Schlafzimmer und 3 Bäder und ist für 250 Franken pro Nacht erhältlich. Die Bilder zeigen ein wunderschönes Haus, mit riesigem Wohnbereich und einer Glasfront mit Panoramasicht. Es gibt nur ein Problem: Die Bilder stammen von einem weiteren Luxus-Chalet, das ebenfalls auf Airbnb im Angebot steht – für etwas über 1200 Franken pro Nacht. Ein Preis, der dem Angebot viel eher entspricht.

Bleibt die Frage: Prüft Airbnb die Unterkünfte, die auf ihrer Website angeboten werden, auf Echtheit? «Wir haben ein 80-köpfiges Trust and Safety Team, das rund um die Uhr arbeitet, um Betrüger von der Plattform fernzuhalten», sagt Paula Kadelski, Sprecherin von Airbnb, auf Anfrage von 20 Minuten. Doch wie das Beispiel zeigt, reicht diese Kontrolle nicht aus, um alle dubiosen Angebote von der Seite zu entfernen.

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